Keinen Ortsvorsteher gewählt

Ein Perleberg-Buch als Dankeschön für Rainer Polzin.
Ein Perleberg-Buch als Dankeschön für Rainer Polzin.

Groß Buchholzer erbaten Bedenkzeit nachdem Rainer Polzin nicht mehr antrat / Neuer Name für Schwarzen Weg und Spielplatzdebatte

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18. September 2015, 12:49 Uhr

Einstimmig votierten vor fünf Jahren die Groß Buchholzer für Rainer Polzin. Fortan vertrat er die Interessen des Dorfes in Perleberg, hielt den direkten Draht zur Verwaltung. Und so sollte es auch die nächsten fünf Jahre sein. Für etliche Groß Buchholzer stand das offensichtlich außer Frage. Doch der bisherige Ortsvorsteher trat am Donnerstagabend zur Wahl nicht mehr an – aus gesundheitliche Gründen, wie er sagte. Damit stand die Gretchenfrage: Wer macht es? Namen kursieren, doch die bzw. der Angesprochene erbat sich noch Bedenkzeit. Kurzum, nach Sükow wurde auch in Groß Buchholz noch kein neuer Ortsvorsteher gewählt. Wie nun weiter? „Ganz einfach, zu Weihnachten treffen wir uns wieder“, so Bürgermeisterin Annett Jura. Denn bis dahin haben auch die Groß Buchholzer noch Zeit, sich auf einen neuen Kandidaten zu einigen bzw. Vorschläge zu unterbreiten, denn erst mit Jahresfrist läuft die eigentliche Wahlperiode des derzeitigen Ortsvorstehers aus. Jener übt so auch noch die Amtsgeschäfte bis zur Neuwahl weiter aus. Unabhängig davon gab es von der Bürgermeisterin schon mal ein Dankeschön und das Perleberg-Buch für sein Engagement in dieser Funktion.

Ein Thema, das ebenso diesen Abend maßgeblich bestimmte, war der Schwarze Weg. Seit Jahr und Tag kritisieren die Anwohner, dass schwere Gefährte, die Waren für Unternehmen im Perleberger Schwarzen Weg geladen haben, im Groß Buchholzer irrtümlich landen. Doch der ist nicht ausgelegt für Transporte dieser Art und so sind abenteuerliche Wendemanöver oder Rückstoßaktionen hier an der Tagesordnung.

Einzige Lösung wäre eine Umbenennung der Straße, so der Vorschlag von Robert Kazmierczak vom Ordnungsamt der Stadt. Die Verwaltung würde dem entsprechen, den Anliegern würden keine Kosten im Bereich des Meldewesens entstehen. Und das stieß bei den Groß Buchholzern auf offene Ohren. Welchen Namen die Straße nun bekommen soll, darüber wollen sich zu allererst die Anlieger den Kopf zerbrechen. „Wenn wir uns dann zum Jahresende noch einmal treffen um zu wählen, dann können wir auch schon Genaueres sagen“, so Wolfgang Mostaller, der im Schwarzen Weg wohnt. Gleichso Berit Steffens. Ihr lag vor allem der Zustand des Gehweges hier mächtig quer im Magen. „Die Platten sind durch die schweren Laster zerfahren, haben sich gegeneinander total verschoben. Schneeschieben ist gar nicht mehr möglich.“

Noch am selben Abend nahmen Holger Schelle für den Stadtbetriebshof und Robert Kazmierczak die Sache in Augenschein. Welche Lösung sich für den Gehweg anbiete, dazu müsse das Bauamt Vorschläge unterbreiten, mit einer einfachen Neuverlegung der Platten sei es nicht getan. Da könne man zusehen, wie auch sie zerfahren werden, denn auch der landwirtschaftliche Verkehr rolle hier entlang und wenn sich zwei Schwergewichte begegnen, dann wird es eng, zu eng, so dass kurzerhand der Gehweg zur Straße wird. Wenn letztlich aber über das Wie entschieden werde, will die Verwaltung auch die Anlieger mit im Boot wissen, vor allem wenn Anliegerbeiträge anfallen würden. „Wir machen nichts, was Sie nicht wollen“, so die Bürgermeisterin.

Robert Kazmierczak überprüfte hingegen, ob eine zusätzliche Beschilderung, die Irrfahrer auf den richtigen Weg lenken kann, bevor sie in den Groß Buchholzer Schwarzen Weg einbiegen. „Der Schilderwald wird nur größer und damit noch weniger von den Kraftfahrern wahrgenommen“, so sein Fazit. Den neuen Namen, sofern er steht, beidseitig an der Straßeneinfahrt anzubringen, das hält er für sinnvoll.

Debattiert wurde an dem Abend auch noch über den neuen Spielplatz. Fest steht, Groß Buchholz wird einen bekommen, die Mittel werden im Haushalt eingestellt. Der ist aber noch nicht beschlossen. Sofern die Angebote vorliegen wolle die Verwaltung entsprechende Varianten vorbereiten, die dann vorgestellt werden, so die Bürgermeisterin. Vor allem gehe es dann um die Festlegung des Standortes. Erste Gespräche auch mit Eltern seien dazu bereits gelaufen, fügte Rainer Polzin an, doch einigen konnten man sich letztlich noch nicht. Vorgesehen ist, dass im kommenden Jahr das Dorf einen Spielplatz erhält.  

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