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Neujahrsempfang Putlitz-Berge : Keine Wahlen ohne Helfer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Amtsdirektor stimmt Ehrenamtler beim Neujahrsempfang auf ein Jahr mit zahlreichen Urnengängen ein

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Es ist inzwischen eine gute Tradition: Am Ersten Wochenende nach dem Jahreswechsel lädt das Amt Putlitz-Berge verdiente Ehrenamtler zum Neujahrsempfang ein und bedankt sich auf diese Weise für ihr gesellschaftliches Engagement. Am Samstag hatte Amtsdirektor Gerd Ehrke zahlreiche Freiwillige, die in den vergangenen Jahren als Wahlhelfer und Wahlvorstände durch die Besetzung von Wahllokalen demokratische Entscheidungen überhaupt erst ermöglicht hatten, in den Saal des Verwaltungsgebäudes gebeten, um ihnen seine Anerkennung auszusprechen.

„Wir brauchen weiterhin ihre Hilfe, denn es gibt 2014 viel zu wählen“, richtete Ehrke gleich einen Appell in den nahezu vollbesetzten Saal und verwies auf die anstehenden Abstimmungen für einen neuen Landrat am 11. Mai – der in diesem Jahr erstmals von den Bürgern direkt gewählt wird –, die eigentliche Kommunalwahl sowie die Wahl des Europäischen Parlaments am 25. Mai und die Landtagswahl am 14. September.

Die Vorbereitungen seien bereits in vollem Gange, die Wahlkreise, Wahlbezirke und Wahllokale stehen fest. So werden es auch 2014 insgesamt 21 Lokale sein – eine Anzahl, die nur durch die konsequente Bereitschaft der Helfer zu erreichen sei, muss doch jedes Lokal mit fünf Personen besetzt werden. „Wir wollen die Anzahl der Wahllokale erhalten, denn das ist doch ein – wenn auch kleiner – Bestandteil der Identität eines Ortes“, so Ehrke.

Kritisch kommentiert der Amtsdirektor die Landratswahl. „Es ist bedauerlich, dass er, wie auch unser Ministerpräsident, seine gewählte Amtszeit nicht zuende bringt. Zumal jeder weiß, dass es eine Kreisgebietsreform geben wird und wir nun noch einen Landrat wählen und finanzieren müssen, der wiederum nur einen Rumpfzeitraum amtieren wird. Für die Alt-Prignitz meiner Meinung nach ein schlechter Start.“ Auch sei fraglich, ob das Wappen des Amtes, dessen 17 Lindenblätter die einst 17 Gründungsgemeinden symbolisierten, nach den anstehenden Reformen noch zeitgemäß sei, oder man sich Gedanken über ein neues machen müssen. „Das hat dann wahrscheinlich nur noch einen Baumstumpf“, sagte Ehrke mit unüberhörbarer Ironie.

Schließlich forderte Gerd Ehrke die Einwohner des Amtes auf, ihr Wahlrecht in Anspruch zu nehmen und durch eine hohe Wahlbeteiligung dafür zu sorgen, dass extremistische Parteien keine Chance hätten, die Demokratie für ihre Ziele zu missbrauchen.

Jenseits der anstehenden Urnengänge gab der Amtsdirektor einen Einblick in die Finanzen und die Einwohnerentwicklung der Gemeinden. So stehe das Amt finanziell recht gut da, die Gemeinden Gülitz-Reetz, Pirow und Triglitz seien schuldenfrei, die Verbindlichkeiten der größeren Gemeinden Berge und Putlitz vielfach dem Vorhalten notwendiger Infrastruktur geschuldet, die allen Gemeinden zugute kämen. Von den aktuell 4964 Einwohnern wird das Amt bis 2030 knapp ein Viertel verlieren, was strukturelle Reformen laut Ehrke unumgänglich mache.

Die Investitionen im Amt seien 2014 überschaubar. Der Haushalt stehe bereits, wobei zwei große Posten für den Brandschutz eingestellt wurden: 88000 Euro sind für die Einführung des Digitalfunks verplant und 35000 Euro für neue, normgerechte Schutzkleidung der Feuerwehrmänner und -frauen. Künftige Bauprojekte sind maßgeblich von den EU-Förderrichtlinien für den ländlichen Raum abhängig, die laut Ehrke aber noch nicht feststehen. Deshalb seien viele Vorhaben in den Gemeinden noch in der Diskussion. Für Putlitz ist die Städtebauförderung ausgelaufen, begonnene Projekte würden laut Ehrke aber fertiggestellt.


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