Nach Teenie-terror Pritzwalk : Keine Vorwürfe, aber Aussprache mit Kinderheim

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13-Jährige kann vier Mal aus der gleichen Einrichtung abhauen. Wie kann so etwas passieren?

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26. November 2015, 18:44 Uhr

Vier Mal binnen weniger Stunden entwischte ein 13-jähriges Mädchen aus einer Pritzwalker Betreuungseinrichtung, führte die Polizei an der Nase herum. Sie beging Ladendiebstahl, randalierte, missbrauchte den Notruf (wir berichteten). Der Vorfall vom Dienstag hat jetzt ein Nachspiel.

„Wir werden mit dem Heimbetreiber sprechen, nach möglichen Ursachen suchen und nach Wegen, damit sich das nicht wiederholt“, sagte gestern Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Er richte keine Vorwürfe an das Heim bzw. an dessen Mitarbeiter. „Das Thema ist schwierig. Auf der einen Seite haben die Betreuer eine Fürsorge- und Aufsichtspflicht, auf der anderen laufen sie Gefahr, sich dem Vorwurf der Freiheitsberaubung auszusetzen.“

In dieser Form habe es bisher keinen Vorfall mit der Pritzwalker Einrichtung gegeben. Auch allgemein seien so massive Vorkommnisse eher selten. Dennoch sind sie ärgerlich, auch für die Beamten. Für mehrere Stunden war ein Streifenwagen fast ausschließlich mit dem Mädchen und anderen, ebenfalls entwischten Teenagern beschäftigt. Zu diesem Zeitaufwand kommt im Nachgang die Bearbeitung der Anzeigen. „Das belastet die Kollegen, kostet Geld des Steuerzahlers und behindert Polizeikräfte bei ihrer Arbeit“, fasst Toralf Reinhardt zusammen.

Das kreisliche Jugendamt werde den Vorfall ebenfalls auswerten, kündigte die zuständige Geschäftsbereichsleiterin Danuta Schönhardt an. „Dass Kinder in dem Alter mal weglaufen, ist aber nicht ungewöhnlich“, sagt sie. Es gebe keine geschlossenen Einrichtungen in Brandenburg. Nach 20 Uhr habe eine 13-Jährige aber in der Tat nichts mehr in der Stadt zu suchen.

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