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Der Prignitzer

23. September 2017 | 09:36 Uhr

Zirkus Ascona : Keine Ruhe im Winterquartier

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ascona-Artisten geben derzeit kleine Vorstellungen - neue Tournee startet im März

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Nicole Köllner hat gerade wenig Zeit. Winterquartier heißt im Putlitzer Ortsteil Krumbeck nicht Winterruhe, meint die Chefin des Zirkus Ascona. „Die Kosten laufen weiter, also muss ich mich auch für die Zeit von November bis Anfang März, bevor die neue Saison beginnt, um Auftritte bemühen.“ Dieser „Zirkus im Kleinen“ findet derzeit montags bis freitags in Kitas, Schulen, Seniorenzentren und weiteren Einrichtungen statt. Parchim, Malchow und Schwerin zählen in dieser Woche zu den Kommunen, in die ein oder zwei Zirkuswagen rollen. In den vergangenen Wochen gab es sogar einen Abstecher nach Bayern. Da bleibt nur noch am Wochenende Zeit, die neuen Auftritte einzustudieren.

Aber das zehnköpfige Team des reinen Familienunternehmens hat bis Mitte März noch viel mehr zu tun. „Eigentlich hat jeder mindestens drei Jobs“, erzählt Nicole Köllner. Die Artisten sind zugleich Tierpfleger, Kraftfahrer, Handwerker, Zelt- und Aufsteller für die Werbung, Kartenverkäufer, Platzanweiser, Popcormverkäufer und vieles mehr.

Neben Proben, Auftritten und sonstigen Tourneevorbereitungen werden auch alle Fahrzeuge überprüft, damit sich die bunte Karawane in fünf Wochen wieder auf den Weg machen kann. Requisiten und Kostüme müssen vorbereitet, die gesamte Technik und das Zelt kontrolliert werden. Die Plätze der ersten Tourneeorte werden inspiziert, die Werbung vorbereitet. In einem Nebengebäude liegen große Stapel gerade hereingekommener Aufsteller und Werbeträger für die ersten Tourorte. Und natürlich sind die Tiere Tag für Tag zu versorgen.

Doch die Arbeiten im Winterquartier haben sich eingespielt, das elfte Mal haben die Zirkusleute Quartier in Krumbeck genommen. „Vorher war es immer ein Kampf, geeignete Flächen in stillgelegten Fabrikhallen und ungenutzten LPG-Arealen zu finden“, erläutert Nicole Köllner. Dann fand sie die aufgegebenen Stallanlagen in Krumbeck und erwarb die Hälfte des Areals. Auch weitere Artistenfamilien haben dort ihr Winterdomizil.

Seitdem werden Gebäude und Anlagen schrittweise instandgesetzt, soweit Zeit und Geld reichen. Auch dabei gilt, „wir machen alles allein“. Die Tiere leben in warmen Ställen und haben einen schönen Auslauf. Die Wasserversorgung ist inzwischen frostsicher. Wärmeschläuche wurden verlegt und auch Lagerräume stehen zur Verfügung. Die Zirkustruppe lebt aber weiter überwiegend in ihren Wohnwagen.

Auch wenn das Winterquartier mit den vielen kleinen Auftritten schon lange keine Ruhezeit mehr ist, eine Tournee in der kalten Jahreszeit ist für die Zirkuschefin kein Thema. Das lohne sich nicht, konstatiert sie knapp. Ständig laufende Stromgeneratoren, große Heizaggregate für ein warmes Zelt und die Versorgung der Tiere gehen ins Geld. „Die Kosten wären einfach zu hoch“, schätzt Nicole Köllner ein. Sie lebt in sechster Generation die Zirkustradition, kennt sich im Metier bestens aus. Daher weiß sie auch um die Probleme, Verankerungen für das Zelt immer wieder in den gefrorenen Boden zu bringen.

Das neue Programm glänzt mit Tierdressuren, bei denen Lama Hansi, Alpaka Pinocchio, Esel Bimbolino, Pony Texas, die Hundetruppe um Strolchi und die Tauben eine Hauptrolle spielen. Und das nicht nur in der Manege, auch der Streichelzoo wird bei den Gastspielen vor allem wieder viele Kinder anziehen. Zudem gibt es eine Westernshow mit Messerwerfen, Artistik, Clownerie mit Beppo und Pauline sowie die beliebten Auftritte von Schneemann Olaf.

Das Programm hat am 17. März Premiere. Vom 24. bis 26. März ist der Zirkus Ascona dann in Perleberg zu erleben. Von dort geht es schrittweise in Richtung Berliner Umland, dann weiter bis zum Spreewald und wieder zurück in Richtung Mecklenburg-Vorpommern bis nach Schwerin. „In dieser Gegend haben wir sehr viele Fans, die sich Jahr für Jahr auf unsere Auftritte freuen“, erzählt Nicole Köllner. Ein Saisonhöhepunkt soll das dreiwöchige Gastspiel auf der Insel Poel werden.  

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