Bauland : Keine Rabatte für Häuslebauer

Die Baulandpreise in der Prignitz variieren je nach Amt und Gemeinde.
Die Baulandpreise in der Prignitz variieren je nach Amt und Gemeinde.

In Mecklenburg-Vorpommern bekommen junge Familien bis zu 25 Prozent Nachlass – In der Prignitz orientiert man sich an Bodenrichtwerten

svz.de von
03. November 2015, 08:00 Uhr

Junge Menschen in der Region halten, der demografischen Entwicklung entgegen wirken: Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich einige Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern etwas Besonderes einfallen lassen: Einen Preisnachlass bei städtischen Baugrundstücken für junge Familien. So bekommen Eltern mit Kindern bis zum 14. Lebensjahr beispielsweise in Ludwigslust einen Rabatt von 20 Prozent, bei zwei Kindern sind es sogar 25 Prozent.

Der Landkreis Prignitz hingegen hat bislang keine derartigen Strategien. „Derzeit hat die Stadt Wittenberge noch keine Rabattmodelle bei Baulandverkauf an junge Familien“, sagt der elbestädtische Bauamtsleiter Martin Hahn. „Die Baulandpreise in Wittenberge liegen in der Spanne, die der Grundstücksmarktbericht für den Landkreis Prignitz ausweist, das heißt zwischen 18 und 33 Euro pro Quadratmeter, je nach Lage und Zustand des Grundstücks“, erläutert Hahn und kündigt an, diesen Aspekt im Zusammenhang mit der derzeitigen Strategie „Familienfreundliche Prignitz“ als ein zusätzliches Instrument zu prüfen.


Bauland ist im Vergleich günstig


Auch im Amt Putlitz-Berge habe keine amtsangehörige Gemeinde oder Stadt derartige Vergünstigungen festgelegt, so Hergen Reker, amtierender Amtsdirektor und Kämmerer im Amt Putlitz-Berge. Gründe dafür sieht Reker beispielsweise in der geringen Nachfrage nach Bauland. Zudem seien die Preise relativ niedrig und das Angebot an Bauland in den amtsangehörigen Gemeinden sehr unterschiedlich: „In der Stadt Putlitz gibt es ein kleines Baugebiet mit rund zehn Bauflächen, die sich in kommunaler Hand befinden. In anderen Gemeinden gibt es nur Einzelgrundstücke in geringer Anzahl“, führt er fort. Auch die Preise variieren: „Im Gebiet der Kernstadt Putlitz sind es gegenwärtig 15 Euro je Quadratmeter Bauland. In den Ortsteilen der Stadt Putlitz und in den anderen amtsangehörigen Gemeinden liegt der Baulandpreis zwischen vier und acht Euro je Quadratmeter“, sagt Reker.

Im Amt Bad Wilsnack/Weisen verkaufen die Gemeinden die Grundstücke entsprechend der „Wertermittlung des Gutachterausschusses“ des Landkreises Prignitz, wie Bauamtsleiter Peter Rollenhagen mitteilt. „Damit liegen die Verkaufspreise der Gemeinden meist deutlich unter den Preisen der Grundstücke aus privater, was einer Rabattregelung gleich kommt.“ In größeren Orten wie Bad Wilsnack, Breese und Weisen lag der Baulandpreis bisher bei etwa 20 Euro pro Quadratmeter. Aktuell sei dieser Wert auf 19 bzw. 18 Euro je Quadratmeter gesunken. „Es sind aber Anzeichen zu spüren, dass dieser Wert der Grundstücke in den nächsten Jahren wieder steigen wird“, sagt der Bauamtsleiter und führt fort, dass ein steigender Bedarf an Baugrundstücken zu verzeichnen ist.

Zudem werden in Notarverträgen Mehrerlösklauseln aufgenommen, um Grundstücksspekulationen vorzubeugen. Bei einem Weiterverkauf zum höheren Preis würde dann der Mehrerlös an die Kommune gehen, berichtet Rollenhagen.


Bodenrichtwerte als Maß der Dinge


In der Stadt Perleberg richtete man sich beim Verkauf von Grundstücken, die der Kommune gehören, ebenfalls nach den Empfehlungen des Gutachterausschusses. „Wir verkaufen zu den jeweiligen aktuellen Bodenrichtwerten“, teilt Thomas Menger, Sachgebietsleiter Liegenschaften, auf Nachfrage mit. Die Gemeinde Plattenburg verfährt analog, weiß Martin Nagel vom Bauamt. „Die Preise variieren von vier bis 12 Euro“, so Nagel und führt fort: „Vergünstigungen gibt es nicht und sind auch nicht vorgesehen.“

In der Gemeinde Groß Pankow werde sich ebenfalls an den jeweiligen Bodenrichtwerten orientiert. „Da sich die Gemeinde in der Haushaltssicherung befindet, können wir nur in seltenen Fällen unter dem Bodenwert verkaufen“, sagt Gundine Dolling aus der Kämmerei der Gemeinde Groß Pankow.

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