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Der Prignitzer

19. November 2017 | 00:43 Uhr

Perleberg ohne Adel : Keine Königin in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kartoffelmarkt zieht auf den kleineren Schuhmarkt um, bietet aber wenig rund um die Knolle. Besucher sind dennoch zufrieden

von
erstellt am 05.Okt.2014 | 22:00 Uhr

Ein Kartoffelmarkt fast gänzlich ohne Kartoffeln, aber dafür mit einer charmanten Moderatorin, jungen Sängern und all das auf einem neuen Platz: Perlebergs Kartoffelmarkt war vom Großen Markt auf den Schuhmarkt umgezogen. „Wir wollten näher an die Bäckerstraße, näher an die Einzelhändler heranrücken“, begründet Marktbetreiber Bernd Gellesch. Doch das Konzept sei nicht aufgegangen, meint er am Sonnabend.

Wieder einmal habe es wie schon in der Vergangenheit keine Resonanz auf seine Briefe, auf seine Einladungen gegeben. „Die Händler haben sich nicht beteiligt, haben nicht auf den Markt hingewiesen“, sagt er. Die geplante Schmink- und Frisieraktion wurde noch am Freitag abgesagt. Einzige Ausnahme war Malibu Fashion.

Die Inhaberin hatte eine Modenschau vorbereitet und ihre Kunden zur Teilnahme bewegen können. „Erst wollte ich nicht, ich bin doch zu alt dafür, aber dann habe ich mich überzeugen lassen“, sagt Gudrun Henke aus Perleberg. Maria Reschke kam extra aus Wittenberge und führte selbstbewusst die junge Frauenmode vor. „Auf der Hochzeitsmesse in Prenzlau war ich schon einmal auf dem Laufsteg“, verrät sie.

Moderatorin und Schlagersängerin Antje Klann führt galant durch den Tag. Mal feuert sie ihren Favoriten beim Kartoffel-Wettschälen an, mal verschenkte sie CDs und manch einen Zwischenruf pariert sie äußerst schlagfertig. „Ich mag Perleberg, komme immer wieder gerne in diese Stadt“, sagt sie. Die Perleberger seien gar nicht schüchtern „wir haben uns heute schon mächtig oft gedrückt“, verrät sie.

Mitgebracht hat die Sängerin junge Nachwuchskünstler, darunter Kalle Kaiser. Er gewann in diesem Jahr die Castingshow „Die Chance“ mit seinem Partysong „Wer braucht schon Malle“. Auch die Drittplatzierte Selina Grybowski steht in Perleberg auf der Bühne. „Jedes Jahr suchen wir neue Gesangstalente, die Musikrichtung ist frei wählbar“, so Antje Klann, die den Wettbewerb moderiert, der von der Agentur Buchholz seit 1995 ausgerichtet wird.

Wolfgang Boche fühlt sich wohl, verfolgt seit mehreren Stunden das Programm. „Hier ist es enger und gemütlicher als auf dem Großen Markt, man kommt sich näher“, begrüßt der Perleberger den Ortswechsel. Die Musik gefällt ihm und fraglos auch Antje Klann, die er dankbar drückt, als sie ihm eine CD schenkt.

Wenige Meter weiter verkaufen Schüler des Abiturjahrgangs Kuchen, laden Passanten zum Basteln ein. „Wir haben selbst gebacken“, sagt Julia Münzberger. Der Erlös wird schon jetzt für den Abiball gesammelt. „Es soll ja eine große Party werden“, meint Lisa Muhs.

Die Kartoffelparty muss währenddessen einen weiteren Dämpfer verkraften. Es wird keine Kartoffelkönigin gewählt. Weder im Vorfeld noch am Tag selbst hätten sich interessierte Damen gemeldet. So bleibt der Markt adelsfrei, und die Stadt Perleberg kann auf der Grünen Woche zumindest nicht mit einer eigenen Königin werben.

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