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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 07:41 Uhr

Keine Angst vor der Narkose

vom

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2012 | 09:01 Uhr

Wittenberge | Eine Puppe liegt auf dem Operationstisch. Schläuche gucken aus ihrem Mund. Elektroden an ihrem Kopf sind mit einem kompliziert aussehenden Gerät und diversen Bildschirmen verbunden. Die künstliche Lunge saugt sich rhythmisch voll mit Luft. Renate Bölter studiert die Puppe aufmerksam: "Es ist interessant zu sehen, was genau mit einem bei der Narkose passiert" , sagt sie.

Sie und ihre Enkelin Steffanie Bölter besuchten gestern die Veranstaltungen zum ersten deutschen Anästhesietag im Kreiskrankenhaus Perleberg. Ärzte und Pfleger informierten über das Thema Anästhesie und beantworteten Fragen. Die durften bereits am Vormittag an der Telefonhotline gestellt werden, wie Chefarzt Dr. Thomas Libuda sagte. Zwar habe es eine deutschlandweite Hotline gegeben, "aber ich dachte mir, die Prignitzer wollen lieber mit jemanden vor Ort sprechen", so Libuda. Doch das erwartete Sturmklingeln blieb aus.

Die am häufigsten gestellte Frage lautete: Wie gefährlich ist die Narkose. Libuda konnte eine beruhigende Antwort geben. "Im Laufe der Zeit ist die Anästhesie relativ ungefährlich geworden." Allerdings müsse der Patient mitmachen. "Für eine sichere Narkose brauchen wir vom Patienten so viele Informationen wie möglich. Welche Tabletten nimmt er, ob er Allergien hat. Wenn wir all das wissen, kann es kaum zu Komplikationen kommen."

Warum ein Handbohrer wichtig ist

Antworten auf diese und weitere Fragen gab es auch am Nachmittag. Zum Beispiel in dem Vortrag "Was passiert, wenn ich schlafe?", den ebenfalls Dr. Libuda hielt. Er informierte über Risiken und die genaue Vorgehensweise bei der Narkose. Im Anschluss konnten sich die Besucher in der Empfangshalle des Krankenhauses ein genaues Bild über die Narkose machen. Pfleger und Ärzte erklärten an Puppen, sogenannte Phantome, die Vorgehensweisen.

Jeder durfte selbst die Geräte anfassen. Was denn ein Handbohrer mit der Anästhesie zu tun habe?, fragte eine Dame. Eine Pflegerin zeigte ihr, wie damit ein Loch in das Schienbein gebohrt wird, um schnellstmöglich Injektionen zu verabreichen. Dadurch könne Unfallopfern möglichst schnell geholfen werden, erklärt Dr. Libuda. Denn "Anästhesiologie heißt nicht nur Narkose, sondern wir sind auch für die Notfall-, Intensivmedizien und Schmerztherapie zuständig.

Am Ende des Tages zieht Dr. Libuda ein positives Fazit. Er sei zufrieden mit dem Besucherinteresse. "Hauptsächlich wollen wir den Menschen so die Angst vor der Narkose nehmen", sagte er und kündigte an, diese Veranstaltung im nächsten Jahr zu wiederholen. Bundesweit initiiert wurde sie vom Berufsverbund Deutscher Anästhesisten (BDA) und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

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