Autobahnbau : Keine A 14-Trasse durch Bentwisch

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Bürgerinitiative reicht die Erklärung des Stadtparlaments nicht aus

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03. März 2015, 08:00 Uhr

Die Bürgerinitiative Bentwisch (BI) erwartet, dass sich die Stadtverordneten mit einem wie auch immer im Detail formulierten Beschluss eindeutigen gegen eine Trasse der A 14 durch ihren Ort aussprechen. Das formulierten BI-Vertreter am Freitagabend, als sie sich zu einem ausführlichen Gespräch mit dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Karsten Korup in Bentwisch trafen.

Eine Willenserklärung, wie sie Korup im Auftrag der Fraktionen am Mittwochabend auf der Stadtverordnetenversammlung abgab, ist der BI zu unverbindlich. In der Erklärung betonen die Stadtverordneten, dass „sie die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in den Ortsteilen Bentwisch und Lindenberg teilen und sprechen sich gegen die Trassierung der Autobahn 14 zwischen den Ortsteilen aus“.

„Wir müssen wissen, ob die Parlamentarier auf unserer Seite stehen, wenn die Trasse oberhalb von Lindenberg und Bentwisch aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht gebaut wird. Wird die Stadt gegebenenfalls klagen, um die Autobahn durch unser Dorf zu verhindern?“, so Horst Stary, weshalb eine Erklärung aus BI-Sicht nicht akzeptabel ist.

Karsten Korup stellte dieser Position die Sicht der Stadtverordneten gegenüber: Die Stadt sei nicht Herr über das Planungsverfahren, würde mit einem Beschluss also nichts verändern. Gleichzeitig sagte Korup aber auch, dass ein solcher Beschluss dazu führen könne, dass die A 14 in dem Bereich nicht gebaut wird. Denn wenn eine möglich Trasse – in dem Fall die durch Bentwisch – im Planungsprozess nicht untersucht würde, könne das Klagen nach sich ziehen, die dann das Aus bedeuten könnten. Korup erklärte allerdings nicht, wieso die Stadtverordneten, die ja, wie er zuvor gesagt hatte, gar nicht über die Planungen entscheiden, mit ihrem Beschluss dafür sorgen könnten, dass die Trasse durch Bentwisch aus dem Planungsverfahren genommen wird.

Wie groß die Sorge der Bentwischer ist, machte Ulrich Rattunde klar: „Wir fürchten, dass die Stadtverordneten eines Tages einfach sagen, dann geht es wohl nicht anders, wenn die Planer die Strecke durch Bentwisch favorisieren.

Das wollte Korup so nicht im Raum stehen lassen, reagierte mit den Worten: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dann von Seiten der Stadt juristisch dagegen vorgegangen wird.“

Für den Bentwischer Siegmar Luft steht außer Zweifel: „Eine Trasse durch Bentwisch ist für uns unzumutbar. Wir als Bürgerinitiative sind einfach noch zu leise. Ich denke an die Kuhbierer und da fallen mir beispielsweise auch Straßensperren ein, um auf uns aufmerksam zu machen.“

Cornelia Karlstädt, die für die BI die Gesprächsrunde moderierte, hakte ein. „Wir haben die Klaviatur aller Möglichkeiten schon in der Schublade, werden sie spielen, wollen den Abgeordneten aber noch die Möglichkeit geben, sich per Beschluss zu positionieren.“

Von Siegmar Luft kam der Vorschlag für einen Beschluss, den Korup im Parlament für machbar hält und jetzt mit den Fraktionen besprechen will: Der Bürgermeister soll beauftragt werden, alles ihm mögliche zu tun, um die Trasse durch Bentwisch zu verhindern.  

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