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Der Prignitzer

21. November 2017 | 05:50 Uhr

Wolf : Kein Wolfsgeheul in der Prignitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bis jetzt keine offizielle Sichtung dokumentiert

von
erstellt am 13.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Während manche brandenburgischen Kreisjagdverbände bald hinter jedem Baum einen Wolf vermuten, ist die Situation in der Prignitz eine andere: „Bis jetzt gibt es keine einzige offiziell bestätigte Sichtung“, sagt Uwe Roese, Revierförster und Wolfsbeauftragter im Kreisjagdverband.

„Es gibt Sichtungen von Laien“, so Roese, aber das sei nicht ausreichend. Handfeste Beweise wie aussagekräftige Fährten oder eine Losung, der Wolfskot, fehlen bisher. Sie seien auch nur schwer zu bekommen.

„Ein einzelner Abdruck muss nicht vom Wolf stammen“, erklärt Röse, der eine Zusatzausbildung zu diesem Thema absolvierte. Mehrere Hundearten hätten nahezu gleich aussehende Pfotenabdrücke.

Einen frischen Wolfsriss im Wald zu entdecken, bezeichnet der Förster als „puren Zufall“. Und seine Losung dürfe maximal 48 Stunden alt sein, um verwertbare DNA-Spuren nachweisen zu können. All das gibt es bis jetzt in der Prignitz nicht.

Dass die ehemals hier beheimateten Tiere durchziehen, sei hingegen sehr wahrscheinlich. Ihre Hauptzugrichtung aus der Lausitz kommend sei Nordwesten. Selbst in Norddänemark wurden Wölfe gesichtet. Allerdings legt ein Tier in der Nacht bis zu 70 Kilometer zurück. Damit hätte es die Prignitzer Wälder locker durchquert. Von einem hier lebenden Rudel könne also gar nicht gesprochen werden und ob die zusammenhängenden Waldflächen dafür groß genug sind, sei ebenfalls fraglich. Die am nächsten gelegenen Wolfsrudel sind aus Gartow in Niedersachsen und aus Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim bekannt.

Dass sich die Wölfe während ihres Zuges an der reich gedeckten Wildtafel in Prignitzer Wäldern laben, glaubt Roese nicht. Ganz oben auf der Speisekarte stehe das Muffelwild „und dessen Population hat sogar noch zugenommen“, so Roese. Auch bei anderen Tierarten sei kein spürbarer Rückgang zu verzeichnen.

Udo Becker aus dem Vorstand des Kreisjagdverbandes Prignitz sieht ebenfalls keine Anhaltspunkte für Wölfe in der Prignitz. Er teile auch nicht die Meinung einiger Landeskollegen, die für Wölfe ein Jagdrecht fordern. Bevor darüber diskutiert werde, sollte es ein richtiges Monitoring geben. „Wir haben keinen echten Überblick, wie viele Wölfe wirklich in Brandenburg leben“, sagt Becker.

Wer meint, einen Wolf oder dessen Spuren entdeckt zu haben, soll sich an den jeweiligen Jagdpächter oder direkt an Uwe Röse wenden, so Becker. Und was die Biber betreffe, die in Ausnahmen wieder geschossen werden dürfen, teile Udo Becker die Meinung des Landkreises. Zwar sei ihre Population gestiegen, aber sie sei nicht problematisch und nicht vergleichbar mit der Oderregion, wo die Tiere teils massive Schäden an Deichen anrichten.

 

 

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