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Der Prignitzer

21. September 2017 | 03:18 Uhr

Kein Windpark, kein Bebauungsplan

vom

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erstellt am 20.Jun.2013 | 10:04 Uhr

Pirow | Was bei der Gemeindevertretersitzung im April noch fehlte, liegt jetzt vor: Der Entwurf der Regionalen Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel zu künftigen Windeignungsgebieten. Laut derzeitigem Stand weist die Karte für die Gemeinde Pirow gar kein solches Gebiet aus. Mit anderen Worten, sollte der jetzige Entwurf Gesetzeskraft erlangen, dürften auch die bereits stehenden Windanlagen nicht erneuert werden, sondern hätten lediglich Bestandsschutz, dürften auch alte kleine nicht gegen größere Windräder ausgetauscht werden, ist im Bauamt der Amtsverwaltung von Putlitz-Berge zu erfahren.

Noch im April hatten die Pirower Gemeindevertreter bei ihrer Sitzung im Ortsteil Burow heftig über dieses Thema debattiert. Denn längst gibt es Begehrlichkeiten von Investoren, die unterwegs sind und Verträge mit Grundstücksbesitzern machen. Speziell ein so genannter windparkweißer Fleck bei Hülsebeck wurde ausgemacht.

Dem sollte die Gemeinde mit einer eigenen Planung begegnen, ermöglichen, dass die Gemeinschaft an einem neuen Windpark partizipieren könne, beispielsweise mittels eines Bürgerwindparks, wie Putlitz-Berges Kämmerer Hergen Reeker im April erklärte. Deshalb sollte in der Sitzung der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan "Windpark Pirow" gefasst werden. Doch dazu kam es nicht, einzelne Gemeindevertreter wollten mehr Informationen, die Sorge schwang mit, mit dem Beschluss etwas gegen das Gemeinwohl zu tun. Hintergrund war ganz offensichtlich die Tatsache, dass die Agrargenossenschaft Pirow mittlerweile mit interessierten Landbesitzern eine GmbH gegründet hat, der Uwe Kessler vorsteht, seines Zeichens Vorsitzender der Pirower Agrargenossenschaft, gleichzeitig auch ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde.

Mittlerweile haben sich die Gemeindevertreter noch einmal zu einem vertiefenden Gespräch getroffen, konnte der Bürgermeister noch einmal verdeutlichen, dass die GmbH-Gründung ein Anfang sei, um möglichst viele Flächen zu bündeln für einen Pool, über den man dann, auf der Basis eines entsprechendem Bebauungsplanes, als Gemeinde verfügen könne, sollten die Flächen als Windeignungsgebiete ausgewiesen werden.

Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend wurde denn auch die Frage laut, warum man nun jetzt nicht den Bebauungsplan beschließe, sozusagen als Signal der Gemeinde gegenüber neuen Planungen. Das lehnte Kessler aber ab mit dem Verweis darauf, dass es angesichts des gegenwärtigen Planungsstandes keinen Grund dafür gebe. Und er fand mit dieser Meinung eine mehrheitliche Zustimmung. Kessler verwies noch einmal auf die über 60 Kriterien, nach denen die Planungsgemeinschaft Flächen für Windeignungsgebiete abwäge. Unter anderem sei ein Mindestabstand von 1000 Metern zu Wohnbebauungen einzuhalten, spielten aber auch Kriterien des Naturschutzes eine Rolle. Zudem werde der Planungsentwurf öffentlich ausgelegt, können also auch mögliche Investoren Einwände vorbringen.

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