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Der Prignitzer

21. November 2017 | 07:38 Uhr

Kein Kraftwerk als Nachbar

vom

svz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 11:16 Uhr

Perleberg | Blockheizkraftwerke und Holzhackschnitzelproduktion im Gebiet am Berliner Weg scheinen in weite Ferne gerückt: Das Stadtparlament votierte in seiner jüngsten Sitzung für einen Vorschlag von Rainer Pickert (CDU). Der besagt, dass der vorgesehene Ausschluss für Einzelhandelsbetriebe für Nahrungs- und Genussmittel, Getränke und Tabakwaren mit einer Verkaufsfläche von über 400 Quadratmetern, Tankstellen sowie Vergnügungsstätten und Diskotheken im Entwurf des Bebauungsplanes für das Gebiet "Südöstlicher Berliner Weg" auch auf den Bau und die Betreibung einer Holzhackschnitzelanlage ausgedehnt werden soll.

Anwohner befürchten, dass es durch produzierendes Gewerbe vor ihrer Haustür vorbei sein könnte mit dem Eigenheimidyll. Bereits vor einem Jahr hatten sie Unterschriften für eine entsprechende Planungsänderung gesammelt und in einer Info-Veranstaltung Bedenken geäußert.

Der aus Mecklenburg stammende Investor, Udo Brummund, installierte bereits 2010 auf dem Dach der ehemaligen Kartoffelhalle im Berliner Weg eine Photovoltaikanlage. Ein Nutzer, an den er die Halle möglicherweise verpachten könnte, ist bisher nicht gefunden. Brummund plant den Bau von Blockheizkraftwerken und eine Holzhackschnitzelproduktion inklusive Trocknung.

Aufgrund der bereits geäußerten Kritik von Anwohnern wurde eine schalltechnische Untersuchung durchgeführt. Ergebnis: "Ein Immissionskonflikt mit der angrenzenden Wohnbebauung kann ausgeschlossen werden", wenn Schallgrenz werte für Tag und Nacht im Bebauungsplan festgeschrieben werden. "Doch es bleibt ein heißes Eisen", wie Rainer Pickert im Stadtparlament deutlich machte. Er führte nicht allein die Lärmbelästigung ins Feld, sondern auch, dass feuchtes Holz Pilze und Sporen bilde, man derartige Betriebe daher möglichst fern von Arbeits- und Wohnplätzen ansiedeln sollte.

Unabhängig vom so gefassten Aufstellungsbeschluss für ein eingeschränktes Gewerbegebiet soll es eine Einwohnerversammlung geben, an der Investor und Schall gutachter teilnehmen.

Dem "Prignitzer" gegenüber sagte Udo Brummund, man werde den so gefassten Aufstellungsbeschluss prüfen. "Ich habe von Anbeginn versucht, auf die Sorgen meiner Nachbarn einzugehen und hatte bereits im Vorfeld ein Schallgutachten erstellen lassen." Jetzt werde man sehen müssen, wie es weiter gehe.

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