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Wassersportverein Garsedow : Kein Geld für Haus-Versicherung

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wassersportverein Garsedow muss deshalb auf Erbbaupacht mit Stadt verzichten / Heizung müsste dringend erneuert werden

Der Wassersportverein wird keinen Erbbaupachtvertrag mit der Stadt über das Bootshaus in Garsedow abschließen. Das habe der Verein am Dienstag dem Kultur- und Tourismusbetrieb mitgeteilt, sagt KSTW-Chef Hans-Jürgen Döllefeld.

Vereinschef Lothar Haase bestätigt die Absage. Der Grund ist Geld bzw. nicht vorhandenes Geld. „Wir können uns die Versicherung für das Gebäude einfach nicht leisten“, sagt Haase.

Das Aus für den Erbbaupachtvertrag hat sehr weitreichende Folgen. Der Vertrag, über den monatelang verhandelt wurde, sollte dem Verein den Weg zu einer neuen, heutigen Umweltauflagen entsprechenden Heizung ebnen. Die jetzige Anlage aus dem Jahr 1984 dürfe nur noch mit Ausnahmegenehmigung betrieben werden, und diese laufe im März 2018 aus, sagt Haase. Was wird dann? Haase sagt: „Wir müssen auf ein Verlängerung hoffen oder finden andere Lösungen. Wir werden jetzt alle Möglichkeiten checken.“

War es unter diesem Gesichtspunkt nicht vielleicht doch etwas vorschnell, auf den Erbbaupachtvertrag zu verzichten? Haase antwortet mit einem klaren Nein. „Wir können das als Verein finanziell nicht verantworten.“

Der Wassersportverein kann das Bootshaus, das der Stadt gehört, kostenlos nutzen. Dafür ist er mit seinen rund 70 Mitgliedern aber verpflichtet, die Kosten im Zusammenhang mit dem Gebäude und dem dazugehörigen großen Steg selbst zu tragen. Ausgenommen seien nur Großreparaturen, sagt der Vereinschef Lothar Haase.

Nicht bezahlen muss der Wassersportverein die Versicherung für das Gebäude. Und genau die ist der Grund, weshalb der Verein vom Vertrag zurücktritt. Mit Abschluss eines Erbbaupachtvertrages müsse der Wassersportverein auch die Gebäudeversicherung übernehmen, anders sei das rechtlich nicht zu machen, erklärte KSTW-Betriebschef Döllefeld am Dienstagabend im Werkausschuss .

„Für uns würde die Übernahme der Versicherung eine zusätzliche monatliche Belastung zwischen 600 und 800 Euro bedeuten. Das können wir nicht bezahlen. Wir müssen schon jetzt eisern sparen, um alle anderen Kosten tragen zu können“, positioniert sich der Vereinschef. Die Mitgliedsbeiträge, die Einnahmen von Übernachtungsgästen, von Liegeplätzen am Steg und in der Bootshalle würden gerade so ausreichen, zumal die Wassersportler immer, wenn es möglich ist, noch etwas auf die hohe Kante legen. „Wir sparen für die neue Heizung an, benötigen, wenn es beispielsweise um Fördermittel oder einen Kredit geht, ja auch Eigenmittel“, so der Vereinschef.

Ob und wie das Projekt ohne Erbbaupachtvertrag zu verwirklichen ist, kann weder der Wassersportverein noch der KSTW derzeit sagen.

Fakt ist aber, „es gibt im Bootshaus einen gewissen Investitionsstau, es müsste etwas getan werden“, wie es der Stadtverordnete Wolfgang Strutz (Linkspartei) in der Werkausschusssitzung des KSTW in dieser Woche formulierte.  

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erstellt am 14.Jul.2016 | 04:45 Uhr

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