Tierparkfest Perleberg : Kein Einlass mit Sozialpass zum Tierparkfest

Das Tierparkfest am ersten Juni-Wochenende ist alljährlich ein ganz besonderer Besuchermagnet.
Das Tierparkfest am ersten Juni-Wochenende ist alljährlich ein ganz besonderer Besuchermagnet.

Argument der Verwaltung im Kulturausschuss: Es handelt sich um eine Sonderveranstaltung

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02. Juni 2016, 04:45 Uhr

Es bleibt dabei: Jeder, der am Sonntag zum Tierparkfest geht, zahlt den Sonderpreis. Mit sechs Euro pro Erwachsener und drei für Kinder unterbreite man ein moderates Angebot für einen ganzen Tag Spaß und Kultur im Tierparkambiente. So lautete am Dienstagabend dann letztlich auch der Tenor im Kultur- und Sozialausschuss. Das heißt aber nicht, dass man einhellig dafür plädierte.

Jan Domres (Linke) hatte im Vorfeld das Thema angesprochen. Sein Argument: Es ist ein Familienevent. Insofern sollten alle, auch die finanziell nicht so gut gestellten, die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen. Als Stadtverordnete hätten sie die Möglichkeit, das zu beschließen.

Letzteres stimme, so Kämmerin Ute Brüggemann. Doch der Zug dafür ist abgefahren, zumindest in diesem Jahr. Denn der Sozial- und Kulturausschuss ist kein beschließendes Gremium, die nächste Stadtverordnetenversammlung erst am 21. Juli, ergänzte Rainer Pickert (CDU). Zugleich unterstützte er die Auffassung der Verwaltung, dass man irgendwo schon eine Grenze ziehen müsse.

Das Argument der Verwaltung: Das Tierparkfest wie auch das Perleberg-Festival, die Kneipennacht oder die Veranstaltungen der Lotte-Lehmann-Akademie, um einige Events zu nennen, sind Sonderveranstaltungen, die auch anders finanziert werden. Der Sozialpass ist darauf ausgelegt, den sogenannten Grundbedarf abzusichern. Im Klartext, an jedem anderen Tag haben Sozialpassinhaber die Möglichkeit, vergünstigt kulturelle und Freizeiteinrichtungen, wie eben auch das Schwimmbad und den Tierpark, zu nutzen.

Mit rund 250 000 Euro bezuschusst die Stadt allein letztgenannte Einrichtung jährlich, listete die Kämmerin auf. Wolle man auch noch derartige Sonderveranstaltungen vergünstigt anbieten, stehe alsbald die Frage, womit man die Zuschüsse noch auffangen könne.

Einen ganz pragmatischen Grund führte zudem Carsten Gliesche (Linke), der zugleich auch im Tierpark arbeitet, ins Gefecht: „Bei dem erfahrungsgemäß großen Ansturm zum Tierparkfest, würden Sonderregelungen an der Kasse kaum noch händelbar sein.“

Dennoch verständigte man sich im Ausschuss, das Thema noch einmal, mit Blick auf das nächste Jahr dann rechtzeitiger anzusprechen. Denn das Argument, das Tierparkfest ist ein Familienfest, stellt niemand in Abrede. Erste Gedanken gehen dahin, zumindest den Kindern von Sozialpassinhabern freien Eintritt zu gewähren. Doch, wie gesagt, es sind Gedanken, noch kein Beschluss. Rainer Pickert regte in diesem Zusammenhang an, dass die Verwaltung mal aufliste, wo der Sozialpass gelte und welche freiwilligen Aufgaben die Stadt vorhalte.

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