Kaum Geld für Sportstätten

Die Laufbahn im Karstädter Sportpark ist eines der Projekte, das mit Landesmitteln gefördert wurde. Archiv
Die Laufbahn im Karstädter Sportpark ist eines der Projekte, das mit Landesmitteln gefördert wurde. Archiv

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26. September 2012, 07:17 Uhr

Prignitz | Die fetten Jahre sind vorbei. Zumindest, was die Sportstättenförderung in der Prignitz betrifft. Die Mittel, die das Land Brandenburg jetzt noch jährlich zur Verfügung stellt, belaufen sich auf 40 000 Euro. Aber beim Rückblick auf die Sportstättenförderung seit 1991 kann sich die Prignitz keine Vorwürfe machen. Zahlreiche Projekte wurden verwirklicht.

In den vergangenen 21 Jahren sind etwas mehr als vier Millionen Euro (4 154 960,74) in die Prignitzer Sportstätten investiert werden. Davon waren 1 838 693,47 Euro Fördermittel aus verschiedenen Töpfen (Förderrichtlinie 5.1, Goldener Plan Ost, Goldener Plan Brandenburg und dem Fördermix Goldener Plan Ost/Europäischer Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft). Der Eigenanteil betrug 2 313 267,28 Euro.

Es kamen 20 Vereine in den Genuss von 31 geförderten Projekten. Einige Klubs demnach mehrfach. Dabei entstanden Sportstätten wie unter anderem das Schützenhaus der Wittenberger Schützengilde von 1582, die Leichtathletik-Laufbahnen in Karstädt (Wert: 256 000 Euro, mit 192 000 gefördert) und Perleberg (378 000/155 000 Euro). Andere Vereine wie die Schützengilde in Lenzen waren erst durch Fördermittel in der Lage, sich eine neue Bleibe zu schaffen.

"Wir haben eine Menge geschafft. Aber da gab es die verschiedenen Pläne noch", sagt Holger Lattorff, Geschäftsführer des Kreissportbundes (KSB) Prignitz. Jetzt wird es sehr schwer. Zuletzt konnte gerade einmal ein Tennisplatz des SV Grün-Rot Wittenberge mit Fördermittel wieder auf Vordermann gebracht werden.

Von der Tennisanlage in der Lenzener Straße ist es nicht weit zum Ernst-Thälmann-Stadion im Bentwischer Weg. Eine städtische Sportstätte und deshalb bekommt sie keine Fördermittel. "Es sei denn, wenn der Sportverein, der sie nutzt, Langzeitpächter oder Besitzer ist", erklärt Holger Lattorff.

Der KSB-Geschäftsführer rät den Vereinen - trotz der geringen Aussichten wegen zurückgefahrener Gelder - bei Bedarf einen Antrag auf Fördermittel zu stellen. Er weiß, das "genug Bedarf herrscht, aber wir können nicht viel tun". Bedarf herrscht unter anderem beim Segelverein Lenzen, der an diesem Wochenende seine Herbstregatta veranstaltet. Er sucht nach einer neuen Bleibe.

Ein großes Wunschpaket hat der Putlitzer SV geschnürt. "Der Verein beantragt den Abriss und Neubau des maroden Vereinshauses", berichtet Holger Lattorff. Ein Vorhaben, das sicher mehr als die allen Kreisen im Land zusammen zur Verfügung stehenden 40 000 Euro verschlingt.

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