Explosion in Wittenberge : Kater Charly jagte Wohnung hoch

So süß und auch ein bisschen gefährlich: Samtpfote Charly (2) wird von Herrchen Uwe Koch trotzdem geliebt.
So süß und auch ein bisschen gefährlich: Samtpfote Charly (2) wird von Herrchen Uwe Koch trotzdem geliebt.

Samtpfote löste vor gut zwei Wochen eine unheilvolle Kettenreaktion in der Osterburger Straße aus

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31. August 2016, 21:00 Uhr

Wer Kater Charly (2) sieht, denkt nicht, dass er eine Wohnung sprengen kann. Doch genau das hat der Siamkater vor zwei Wochen in der Osterburger Straße Nummer 6 zustande gebracht. Er aktivierte das berührungsempfindliche Ceranfeld des Herds. Darauf stand eine Plastikschüssel, die Feuer fing und eine neben dem Herd stehende Dose Mückenspray derart erhitzte, dass sie explodierte (wir berichteten). So lautet die Erklärung der Polizei. Etwa 500 000 Euro Schaden waren die Folge, zum Glück wurde niemand verletzt. „Dem Kater geht es auch gut. Er ist nur etwas schreckhaft“, erzählt Herrchen Uwe Koch gestern dem „Prignitzer“. Die Familie ist mit dieser Geschichte mittlerweile zu medialer Berühmtheit gelangt. Mehrere Zeitungen und Fernsehsender berichteten schon über die schier unglaubliche Geschichte. „So richtig realisieren kann man das noch nicht“, meint Koch. Er war mit seiner Frau und den beiden Kindern zu Freunden in den Urlaub nach Staßfurt (Sachsen-Anhalt) gefahren. „Dann bekam ich am 19. August den Anruf von der Nachbarin, die sich um Charly gekümmert hat. Sie meinte, unsere Wohnung sei explodiert und es würde Rauch herauskommen. Das habe ich erstmal als Scherz abgetan“, erinnert sich Uwe Koch.

Doch als dem 37-Jährigen der Ernst der Lage klar wurde, setzte er sich ins Auto und fuhr nach Wittenberge zurück. „Als ich den Schaden sah, habe ich erstmal einen kleinen Kreislaufzusammenbruch erlitten.“ Die Fenster waren herausgefallen, Scherben und Dachziegel lagen auf dem Gehweg vor dem Wohnhaus. Dass eine Mückenspraydose diese Sprengkraft entwickelt, hielten viele für wenig glaubhaft. Auch auf unserer Facebookseite herrschte eine rege Debatte (wir berichteten). Christa Pilarski schilderte uns in einer E-Mail Folgendes: „Das mit der Samtpfote ist einem Freund in einer Großstadt auch passiert. Hier lagen nur ein paar Zeitungen dicht am Herd. Es gab zum Glück keine Explosion und es hat auch noch nicht gebrannt. Die Rauchentwicklung trug aber trotzdem zu einem großen Schaden bei. Da niemand außer Samtpfötchen in der Wohnung war, hatten die Kriminaltechniker hier ebenfalls die Vermutung, dass die Katze umhergesprungen ist.“

Derzeit lebt Familie Koch in einer Übergangswohnung der Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“ in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße. Bis vor Kurzem wohnten sie bei Freunden. „Aber das Zusammenleben so vieler Menschen auf engem Raum kann zu Streitigkeiten führen. Deswegen sind wir dankbar, dass uns die WGE hilft“, so Koch. Da die Familie keine Hausratversicherung hat, muss sie sich auf eigene Kosten neu ausstatten. Die Haftpflichtversicherung übernimmt den Rest. „Ich bin auch unserem Vermieter sehr dankbar. Er hat uns gleich nach dem Unglück eine Ein-Raum-Wohnung bereit gestellt, in der wir die Sachen, die nicht kaputt waren, unterstellen konnten.“ Seit etwa einem Jahr lebte die Familie erst in der Osterburger Straße. „Trotzdem verbinden wir viele schöne Erinnerungen mit der Wohnung. Das liegt auch an der sehr guten Hausgemeinschaft. Diese Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich.“ Der Vermieter wollte sich gegenüber dem „Prignitzer“ nicht äußern. 

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