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Rückblick: Großbrand bei Kuhblank : Katastrophe knapp verhindert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Am 9. Mai 1977 gab es bei Kuhblank den bisher größten Waldbrand im Kreis – Erich Schlotthauer erinnert sich

Katastrophenalarm im Kreis Perleberg, Groß Breese und Breese droht eine Evakuierung. Grund ist eine Feuerwalze. Im Forst Kuhblank wütet der größte Waldbrand in der Geschichte des Kreises. Am morgigen Sonntag jährt sich dieses Ereignis zum 40. Mal. Erich Schlotthauer, Sachbereichsleiter Katastrophenschutz, erinnert sich an die damaligen Ereignisse und blickt auf die heutige Situation, die alles andere als entspannt sei.

Erst seit knapp einem Jahr war Schlotthauer operativer Mitarbeiter beim damaligen Rat des Kreises. „Das Feuer war schon am 7. Mai ausgebrochen, verursacht durch Fahrten der sowjetischen Truppen“, sagt er. Zunächst sah es gut aus. Ulrich Roese, Leiter der Forstwirtschaft Perleberg, meldete: Feuer im Griff. Doch dem war nicht so. „Nur einen Tag später breiteten sich die Flammen rasant aus, das Feuer war nicht mehr unter Kontrolle. Wir lösten Katastrophenalarm aus“, erinnert sich Erich Schlotthauer.

Vor ihm auf dem Tisch liegt ein dickes Buch über die Zivilverteidigung. Ausgeschnittene Zeitungsartikel, Fotos und handgeschriebene Einträge dokumentieren über Jahrzehnte hinweg Ereignisse im Raum Perleberg. Die Bilder vom Waldbrand im Mai 1976 zeigen Panzer und große Raupen im Einsatz.

Eine Wasserturbine, sieben Löschfahrzeuge, acht Tanklöschfahrzeuge. 43 Traktoren, drei Panzer, je 15 Güllewagen und Waldpflüge waren im Einsatz sowie ein Hubschrauber. Erst am 12. Mai kam die Entwarnung. Zwischenzeitlich hatten bis zu 1384 Einsatzkräfte gegen die Flammen gekämpft. Unter ihnen Polizei und Armee, Kampfgruppen der Arbeiterklasse sowie Helfer aus der Bevölkerung.

„Unser Glück war, dass die Forst damals personell und technisch gut ausgerüstet war“, sagt Schlotthauer. Heute sei das Gegenteil der Fall. „Weder technisch noch personell hat die Forst Ressourcen.“ Dafür seien aber die Feuerwehren besser aufgestellt. „Im Kreis gibt es 64 Löschfahrzeuge die 110 000 Liter Wasser fassen können.“ Stationiert sind sie an 53 Standorten. 20 Kilometer Schnellkupplungsrohre liegen im Katastrophenstab, die für den Aufbau einer Wasserstrecke genutzt werden könnten. Das hatte sich auch 1976 bewährt. „Dann haben wir noch drei 50 Kubikmeter große Wasserbehälter“, zählt Schlotthauer auf. Natürlich sei auch die Kommunikation einfacher. Selbst in den Wäldern gebe es Handyempfang. Damals musste das Feldtelefon aushelfen, eine Funkertruppe den Kontakt zu den Einsatzkräften aufbauen.

Die Gefahr eines vergleichbaren Waldbrandes sei real. Erich Schlotthauer zeigt auf die Karte. „49 000 Hektar sind in der zweithöchsten Waldbrandgefahrstufe zugeordnet. Meist handelt es sich um Kiefernbestände.“ Doch das ist nicht das einzige Problem. „3500 Hektar gelten als munitonsbelastet.“ Vor allem der Stadtforst Perleberg, die Bereiche Glöwen, Stepenitz und der Übergang zur Ruppiner Heide fallen darunter.

 

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erstellt am 06.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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