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Katastrophe im Veritas-Park nur knapp verhindert

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erstellt am 16.Jun.2013 | 07:28 Uhr

Wittenberge | Das war knapp. Äußerst knapp. Man sieht Ralf von Hagen die Strapazen und die Anspannung der vergangenen Woche an. Aber die gute Nachricht am Sonnabend lautet: Der Veritaspark hat dem Hochwasser getrotzt, die Lage ist unter Kontrolle. Verwalter Ralf von Hagen atmet spürbar durch, steigt ins Auto, um zu einer Geburtstagsfeier zu fahren. Es ist seine eigene.

Die Geschichte der Rettung des Geländes mit seinen rund 45 Firmen beginnt mit dem Aufschütten eines Schutzwalles. Die Kaimauer endet bei einem Elbpegel von 7,30 Meter. Vorausgesagt waren bis zu 8,40 Meter, geworden sind es 7,85. "Hätten wir den Schutzwall nicht bekommen, hätten wir es nicht geschafft", sagt von Hagen. Er steht an diesem mit Sandsäcken verstärkten Kieswall. Rund einen halben Meter hoch hat das Wasser gestanden. Gebaut wurde der Wall in nur 48 Stunden. Ralf von Hagen spricht von einer Rekordzeit und spart dabei nicht an Lob: "Beide Krisenstäbe, der städtische und der kreisliche haben hervorragende Arbeit gemacht. Egal, was ich angeforderte habe, es war binnen kürzester Zeit eingetroffen."

Aber der Wall alleine hat das Gelände nicht gerettet. Das Wasser suchte und fand seinen Weg in die Kellerräume. "Es lief durch alte Schächte, plätscherte aus Wänden, wo es Minuten zuvor noch trocken war." Rohre sind geplatzt, Deckel abgerissen. Niemand kennt dieses Objekt besser als Ralf von Hagen. Er weiß von Türen und Tunneln, von Gängen und Leitungen, die niemand sonst finden würde.

"Die bekannten Schwachstellen hatten wir immer im Blick, aber das war nicht genug" sagt er. Der historische Wasserstand offenbarte neu ralgische Punkte, die selbst er nicht vermutet hätte. Leise bewegt er sich durch die Gänge, lauscht, ob es irgendwo plätschert. Rund 2000 Meter B-Schläuche hat von Hagen verlegt. Das THW aus Wunstorf weitere gut 1000 Meter. Zwei Hochleistungspumpen und mehrere kleine pumpten zeitweilig bis zu 21 000 Liter pro Minute aus dem Gebäude, sagt THW-Gruppenleiter Holger Netz. Nur so sei es gelungen, die Keller einigermaßen trocken zu halten, eine vollständige Flutung zu verhindern.

Zum Glück, denn in den Kellerräumen befindet sich eine große Elektroverteilung. "Die hätte keinesfalls absaufen dürfen", so der Verwalter. Das wäre für die Firmen und ihre rund 400 Mitarbeiter eine Katastrophe geworden. Ausdrücklich dankt von Hagen den Experten vom THW. "Mit diesem Team würde ich in einer vergleichbaren Situation wieder zusammenarbeiten wollen."

Holger Netz und fünf Kollegen hören das gerne. Samstag vor einer Woche kamen sie an, werden heute ihren Einsatz beenden. Untergebracht und verpflegt wurden sie vom Wittenberger THW auf dem Gelände in Cumlosen. "Das war eine gute Zusammenarbeit, die uns viel Spaß gemacht hat", so Holger Netz.

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