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Der Prignitzer

24. November 2017 | 06:59 Uhr

Kasyltenplatz: Sportoase kontra Wohngebiet

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2013 | 06:23 Uhr

Perleberg | Mehrheitlich - zwei Gegenstimmen, eine Enthaltung - beschloss die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend den Bebauungsplan für das Wohngebiet Kasyltenplatz. Dem voran ging eine zum Teil recht leidenschaftlich geführte Diskussion. In der Einwohnerfragestunde brachten mit Lisa Gottschalk, Jutta Reimer und Klaus Pehlemann Anlieger ihre Kritik bzw. Bedenken zu dem Vorhaben deutlich zum Ausdruck. Ihre "Oase für Freizeitsportler, spielende Kinder und Hundebesitzer, ein wichtiger grüner Fleck" solle nicht so ohne weiteres einer Wohnbebauung geopfert werden.

Auch Frank Rüdiger-Gottschalk (CDU) äußerte dann, als besagter Tagesordnungspunkt zur Debatte stand, sein Befremden darüber, dass damit "ein kleiner grüner Mikrokosmos in einer immer größerer werdenden Wohngegend" der Wohnbebauung Platz machen soll, obwohl es viele Brachflächen gebe wie im Berliner Weg oder am Kreiskrankenhaus. Er befürchte zudem, dass die Filetstücke nahe dem Beyerteich "schnell weg sind", hin zur Dergenthiner Straße das Interesse zu bauen sich aber in Grenzen halten werde. Er habe Zweifel am Erfolg, an der Auslastung des geplanten neuen Eigenheim standortes. Wenn dann schon der Forderung nach "zentrumsnahem Bauplatz" entsprochen werde, dann dürfe man aber auch nicht eine wohnortnahe Infrastruktur vergessen, die kleinen Freizeitsport ermögliche.

Das Projekt Kasyltenplatz sieht vor, ein Gebiet von rund 2,34 Hektar zu überplanen. Es grenzt an die Grünflächen des Beyerteiches, östlich an die Dergenthiner und nördlich an das Gelände der PVU. Die Fläche der ehemaligen Kreisringbahn soll als grüner Randstreifen erhalten werden. Ein Geh- und Radweg soll den Anschluss des Wohngebietes an den Beyerteich schaffen. Die Zufahrt hingegen erfolge wahrscheinlich von der Quitzower Straße aus.

In einer 2011 erarbeiteten Studie der Stadt zu Einzelstandorten für den Eigenheimbau in Perleberg wurde auch in Erwägung gezogen, den Eschenhof zu erweitern. Die Abgeordneten hatten sich damals aber für den Kasyltenplatz ausgesprochen, betonte Sandra Saffran vom Bauamt und verwies darauf, dass die Verwaltung nur das ausführe, was die Abgeordneten zuvor beschlossen haben, es sich also keinesfalls um einen Alleingang der Verwaltung handle. Zudem habe die Stadt, um das Gebiet komplett auch überplanen zu können, eigens ein Grundstück angekauft. "Auch dafür gab es damals grünes Licht von den Abgeordneten." Geprüft habe man zudem das Areal Hopfenstraße, doch es gebe derzeit keinen Zugriff auf den Eigentümer. Frank Döring (Linke) betonte in seiner Funktion als Vorsitzender des SSV Einheit, dass man sich über jeden Freizeitsportler freuen würde, der den für viel Geld gebauten Jahn-Sport-Platz nutze, auch Walker, verständlicherweise mit entsprechenden Stöcken.

Die Fraktion der CDU habe sich laut Fraktionschef Rainer Pickert darüber verständigt, dass mit der Beplanung ein Augenmerk auf den Abstand zur jetzigen Bebauung gelegt werde, die Zufahrt über die Quitzower erfolge, vom Beyerteich nur ein Fußweg führe und man prüfe, wie auf dem Festplatz ein Bolzplatz entstehen könnte.

In einer Art Bürgerversammlung, so der stellvertretende Bürgermeister Hans Rothbauer, sollen nun Varianten vorstellt werden, bevor die Planung des Wohngebietes in die Ausschüsse gehe.

Ins Gespräch gebracht wurde in der Debatte auch der alte Schulsportplatz in der Karl-Liebknecht-Straße. 1998 erwarb die Stadt jenen für einen symbolischen Obolus vom Bund mit der Zweckbindung auf 20 Jahre. Das heißt aber nicht, dass er dann nicht weiter als Sportplatz genutzt werden kann. Ob Festplatz oder Schulsportplatz, in beiden Fälle muss die Stadt Geld in die Hand nehmen, wenn sie dann als öffentliche Freizeitanlagen ausgewiesen werden sollen. Gegenwärtig signalisiert ein Vorhängeschloss, dass die Nutzung hier offiziell nicht gestattet ist, auf dem Kasyltenplatz aber wird es toleriert.

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