Pflanzsaison rund um Karstädt : Kartoffel bekommt weiches Bett

Im Vorfeld werden schon Steine aussortiert, das erhöht den Kartoffelertrag.
Foto:
Im Vorfeld werden schon Steine aussortiert, das erhöht den Kartoffelertrag.

Separieren macht Pflanzerde so gut wie steinfrei und erhöht Rodeleistung / Landwirt liefert nach Mecklenburg

svz.de von
08. Mai 2017, 21:00 Uhr

„Wird hier Spargel angebaut?“, mag sich in den vergangenen Tagen manch einer beim Anblick von zahllosen Erdämmen auf Ackerflächen bei Seetz, Karstädt oder Premslin gefragt haben. Um das Rätsel zu lüften: Hier werden Kartoffeln angebaut.
 

In Vorbereitung der Pflanzung zieht ein Beetformer 55 bis 60 Zentimeter hohe Erddämme – unten 1,80 Meter, oben ein Meter breit. Dem Dammpflug folgt Separiertechnik. Sie nimmt bis zu 35 Zentimeter hohe Dammerde auf, lässt sie über Gummisternwalzen und Siebbänder laufen und sortiert Steine und Kluten aus. Ein Rotor bricht zuvor den verdichteten Unterboden auf und bereitet ihn so für eine verbesserte Absiebung vor. „Damit haben wir beste Voraussetzungen geschaffen für die nachfolgende Pflanzung, das Wachstum und die Ernte hochwertiger Kartoffeln. Ist doch die Erde so gut wie steinfrei“, erklären Andreas Lühr und Henner Jacobs. Sie sind die Geschäftsführer der Lüja-Kartoffel GmbH & Co. KG. Die GmbH ist seit 2011 in der Prignitz tätig, zuerst in Boberow, später auf Flächen in Karstädt, Premslin, Schilde und Seetz – aktuell insgesamt auf 400 Hektar.


Mit dem Erwerb des Bolle-Hofes und des Haack Profitechnik-Grundstücks mit Werkstatt in Karstädt/Semlin hat die GmbH ihren Sitz in Karstädt. Andreas Lühr und Henner Jacobs sind Kartoffel-Fachleute. Die 43- bzw. 50-Jährigen befassen sich in ihren Heimatbetrieben Garstedt (Winsen-Luhe) und Buendorf (Dannenberg), die unabhängig von der Karstädter GmbH weiter existieren, seit Jahren vorwiegend mit dem Anbau von Vermehrungskartoffeln. Das ist auch ihr Schwerpunktin der Prignitz.

Auf 100 Hektar bauen sie Pflanz- und Verarbeitungskartoffeln für die Pommes- und Püree-Produktion in Stavenhagen und Hagenow an. 300 Hektar werden für den Getreideanbau genutzt. „Wir würden gern mehr als 100 Hektar Kartoffeln anbauen, um unsere Technik auszunutzen. Im Rahmen der Fruchtfolgwirtschaft wären wir daher an Austauschflächen anderer Landwirtschaftsbetriebe interessiert“, meinen die beiden Landwirte, die zwei Mitarbeiter in der GmbH beschäftigen und auch Lohndienstleistungen anbieten. Das Separieren in Vorbereitung der Kartoffelpflanzung wendet auch Helge Dieckmann an, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Brunow bei Berge. Dort werden auf 175 Hektar Kartoffeln angebaut.

„Wir machen das seit 15 Jahren, haben dadurch ein vernünftiges Saatbett, weniger Beschädigungen am Erntegut, erreichen 20 bis 25 Prozent mehr Rodeleistung und brauchen kein Sortierpersonal mehr. Doch rechnet sich das aufwendige Verfahren nur bei Veredlungskartoffeln, für die ein höherer Preis erzielt wird“, erklärt der Landwirt aus Berge. Überhaupt sei Kartoffelanbau ein sehr arbeits- und kostenintensives Tätigkeitsfeld, weshalb viele Betriebe davon Abstand nahmen, so Dieckmann.  
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen