notwendige Sanierung : Karstädter Löcknitzhalle „ein Fass ohne Boden“

Ein regelrechter Energiefresser: Die 1997 fertiggestellte Löcknitzhalle in Karstädt verschlingt im Jahr rund 55   000 Euro an Gas- und Stromkosten.
Ein regelrechter Energiefresser: Die 1997 fertiggestellte Löcknitzhalle in Karstädt verschlingt im Jahr rund 55  000 Euro an Gas- und Stromkosten.

Nicht nur neue Technik zur Energieeinsparung notwendig / Auch Dach, Fassade, Fenster nicht mehr Standard

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25. November 2017, 16:00 Uhr

„40 Prozent Förderung sind zu wenig, wir brauchen eine 75-prozentige Förderung“, lautet die klare Ansage von Karstädts Bürgermeister Udo Staeck im Finanz- und Werkausschuss am Donnerstagabend. Diese Aussage betrifft die Sanierung der Löcknitzhalle. Die 1997 fertiggestellte Mehrzweckhalle ist ein enormer Energiefresser. Rund 55 000 Euro jährlich verschlingt die Halle an Gas- und Stromkosten.

Bereits 2014 war man sich im Klaren, dass in Sachen Energieeinsparung dringend etwas passieren muss. Deshalb verfolgte die Gemeinde diesbezüglich ein ehrgeiziges Projekt. Die Energieeinsparung sollte mit einem Gesamtsystem bestehend aus einem Blockheizkraftwerk, Brennwertkessel sowie Steuerungs- und Regelungssystem geschehen. Die Gemeinde reichte dieses über den Regionalen Wirtschaftskern (RWK) als Schlüsselprojekt bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg ein, die mit dem Förderprogramm RENplus 2014- 2020 Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und der Versorgungssicherheit im Rahmen der Energiestrategie des Landes Brandenburg unterstützt. Das Problem dabei, darüber können nur das Regelungs- und Steuerungssystem gefördert werden und nicht die Heizungsanlage selbst. Bis zum 30. November hat die Gemeinde Zeit, der Förderstelle zu signalisieren, ob sie das eingereichte Vorhaben weiter verfolgen will.

Zumal mittlerweile noch weitere Probleme bei der 20 Jahre alten Mehrzweckhalle auftauchen. „Es geht nicht mehr nur um die Technik, es geht auch um die Außenhülle“, betonte Bauamtsmitarbeiter Wolfgang Fritze. Das bedeutet Erneuerung des Daches, Dämmung der Wände und Fassade, neue Fenster und Türen. All das entspricht nicht mehr einem normalen Effizienz-Standard. So geht es aus einem Gutachten hervor, dass der Gemeinde inzwischen auf Forderung der Bundesanstalt für Ausfuhrkontrolle vorliegt, die unter anderem für den Bereich Energieeffizienz zuständig ist. Nun wartet die Gemeinde ein weiteres Gutachten zur Wirtschaftlichkeitsberechnung ab. Die entscheidende Frage dabei ist, wann sich die anfallenden Sanierungskosten bei dieser geringeren Förderung amortisiert haben.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Gemeinde versucht über ein anderes Förderprogramm für die Sanierung mit Heizungsanlage und Außenhülle Gelder zu bekommen. „Vielleicht haben wir mit dem REN-Programm aufs falsche Pferd gesetzt und sollten auf das Leader-Programm umschwenken“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Das wäre dasselbe, mit dem in diesem Jahr das Sanierungsprojekt an der Dallminer Turnhalle umgesetzt wurde. Nach dem die Lokale Arbeitsgruppe LAG Storchenland Prignitz den Antrag befürwortet hatte, konnte die Gemeinde einen Förderantrag beim Landesamt für Ländliche Entwicklung stellen und erhielt eine 75-prozentige Förderung.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass der Zustand der Löcknitzhalle ja nicht besser werde und sie „ein Fass ohne Boden“ sei, wie der Ausschussvorsitzende Hartmut Rusch bemerkte.

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