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Karneval in der Prignitz : Karstädt treibt es mehr als kunterbunt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Vor ausverkaufter Hütte im Landgasthof Graf ging es am Samstag beim Karneval der Kulturen mit allen Aktiven hoch her

Mit Bums, Fallera und hoch das Bein hat der Karstädter Karneval nichts zu tun. Alle Aktiven des KCK legen sich mächtig ins Zeug, um ein ansprechendes Programm mit originellen Kostümen und jeder Menge Witz auf die Beine zu stellen. Schon nach der letztjährigen Session wurde eifrig überlegt, unter welchem Motto in 2017 gefeiert werden könnte. „Wir waren uns schnell einig, dass es nur der Karneval der Kulturen sein kann“, erklärte KCK-Präsident Peter Maroschek.

Danach hatten alle Zeit, sich bis August 2016 Gedanken zu machen, was, wie und wer etwas zeigt. Danach wurde geprobt. Keine Mühen wurden gescheut, Wochenenden ans Bein gebunden und viele Kilometer in den eigenen Autos abgerissen, um zu Proben zu kommen.

Genau das haben auch die Damen der Funkengarde getan. „Wir haben im April des vergangenen Jahres schon unsere Musik ausgesucht, haben uns Gedanken gemacht, was wir neben unserem Klassiker als Showtanz aufführen können“, erklärte Co-Betreuerin Doreen Bachul.

Das intensive Training begann dann im September. Alle mussten sich reinhängen, um das Pensum zu schaffen. „Es geht immer darum, alles so synchron wie möglich in Reih und Glied aus Parkett zu bringen. Da ist sehr viel Schweiß geflossen“, verriet Bachul. So ist die achtköpfige Funkengarde samt Betreuerinnen nach Parchim gefahren, um sich von einem Choreographen wichtige Schritte und Skills zeigen zu lassen. Das Ergebnis konnte sich am Samstag mehr als sehen lassen. Die Funken heizten bei heißen Rhythmen dem Publikum ordentlich ein. Es war schon beeindruckend, wie die Funkengarde präzise und mit sehr viel Spaß agierte. Letztlich erwies sich schnell, dass jede Nummer beim Publikum punkten konnte und mit jeder Menge Applaus bedacht wurde.

Auch KCK-Präsident Peter Maroschek war am Samstag bester Laune. „Wir sind ausverkauft“, freute er sich. Vor einer Woche musste die erste Samstagabend-Veranstaltung noch abgesagt werden. „Es war Ferienzeit und wir hatten im Vorverkauf erst zwei Eintrittskarten absetzen können“, erinnert er sich. „Obwohl wir alle heiß waren, unser Programm den Leuten zu zeigen, mussten wir in den sauren Apfel beißen und absagen. Wir sind ja nur ein kleiner Verein und können kein allzu großes Risiko gehen“, erklärte er.

Maroschek hat den Karneval in Karstädt quasi mit der Muttermilch eingesogen. „Ich bin seit 1984 mit dabei. Die erste Auflage hat es zehn Jahre zuvor gegeben.“

Mit Karneval konnte auch Karstädt der DDR-Führung ein Schnippchen schlagen und mit Humor den Oberen den einen oder anderen mitgeben. „Ach, war das war früher im Karneval herrlich“, schwelgte Maroschek. Nach der Wende ist der Spaß geblieben, die Brisanz sei aber weg. „Wir haben uns das Feiern in Karstädt noch nie verbieten lassen. Und das ist bis heute so geblieben“, freute er sich.

Auch Burkhard Roeske ist seit DDR-Zeiten Karnevalsjünger. „Karstädt ohne die tollen Tage kann ich mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen.“ Seit 1974 ist er jedes Jahr als Gast mit dabei. „Zusammen mit anderen Karnevalisten bin ich älter geworden. Der Spaß an der Sache ist mir auch mit über 60 nicht vergangen“, erklärte er.

Am Samstag gehörte Roeske zu den ersten zahlenden Gästen im Landgasthof Graf. „Ich bin von meiner Familie als Platzhalter auserkoren worden. Während sich die anderen zu Hause noch ausgehfertig machen, sichere ich für den Rest die besten Plätze, von wo wir am besten das Programm sehen können.“ Über die Jahre habe er sich mit seinem Schicksal abgefunden. „Dafür genehmige ich mir das eine oder andere Extrabier.“ Später feierte er mit all den anderen 180 Gästen den Abend. „Es ist einfach herrlich.“

Übrigens: Das Programm wird noch am 18., 25. und am 27. Februar zu sehen sein. Einzelne Restkarten sollen für „Feierbiester“ noch zu haben sein.

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