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Volkssolidarität Karstädt : Karstädt seit 70 Jahren solidarisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Deutschlandweit feiern Regionalverbände und Ortsgruppen der Volkssolidarität Geburtstag / Nachwuchssorgen größtes Problem

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Besonders in den ostdeutschen Bundesländern ist der Sozialverband Volkssolidarität tief verwurzelt. Gegründet im Oktober 1945 war er einer der ersten Vereine, die sich nach dem Krieg um deutsche Flüchtlinge und Kriegsheimkehrer gekümmert haben.

Einen großen Teil der Geschichte des Verbandes hat Inge Kern selbst miterlebt. Seit immerhin 33 Jahren leitet die Ehrenamtlerin die Ortsgruppe in Karstädt. „In der Wendezeit war es schwer, man hat uns gesagt, hier geht eh bald alles kaputt“, so die 67-jährige. Kaputt ist nichts, die Ortsgruppe ist mit 146 Mitgliedern recht stark, wenn auch etwas überaltert. Und sie ist kontinuierlich aktiv. Von Fahrradtouren über Romme-Abende, Handarbeitskurse und Ausflüge mit dem Reisebus ist alles dabei. „Trotzdem müssen wir uns langsam Gedanken machen. Unser jüngstes Mitglied ist 40, das älteste 95. Was in zehn Jahren ist, weiß man nicht, wir brauchen Nachwuchs“, bemerkt Frau Kern nachdenklich.

Bundesweit feiern die Ortsgruppen und Regionalverbände das Jubiläum. Die Hauptveranstaltung findet in Erfurt statt. Den Karstädtern ist das aber zu weit. Sie feierten deshalb gestern den runden Geburtstag ihrer Ortsgruppe, und am 23. Oktober dann noch ein Mal mit dem gesamten Regionalverband Prignitz-Ruppin in Heiligengrabe. Dort gebe es auch eine Auszeichnung für die langjährige Karstädter Kassenwärtin Jutta Bresicke. Sie bekommt die Ehrennadel in Bronze. „Ohne Jutta geht hier nichts“, gibt Inge Kern lachend zu.

Beim Fest im Landgasthof Graf gab Peer Reppert gestern seine Schlagerparade Ost zum besten. Ein Karstädter Blumenhaus hat die Dekoration gestellt. Ebenfalls wurden die in liebevoller Handarbeit gestalteten Chroniken der letzten Jahrzehnte dort ausgelegt. Für die Veranstaltung hat Inge Kern auch Urkunden angefertigt. „Als kleines Dankeschön. Der harte Kern besteht bei uns aus dreizehn Frauen, die seit vielen Jahren ganz eng zusammenarbeiten. Es ist toll, was wir in der Zeit gemeinsam geschafft haben.“ Die tatkräftigen Frauen blicken nun schon auf das neue Jahr, das traditionell vom KCK mit dem Rentnerkarneval eingeläutet wird.

Im Januar steht zudem ein Umzug an: Die Ortsgruppe muss aus den im Jahr 2000 bezogenen Räumlichkeiten in der Kindertagesstätte ausziehen. Stühle, Tische, Schränke und Unmengen von Tassen und Tellern müssen mit in die ehemalige Gemeindeverwaltung von Karstädt. „Unsere neuen Räume sind schon gemalert, aber noch nicht ganz fertig. Neue Möbel gibt es auch. Dort sind wir dann mehr unter uns und können vielleicht sogar Gymnastikkurse anbieten“, gibt sich Inge Kern zuversichtlich.

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