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Der Prignitzer

24. November 2017 | 07:00 Uhr

Karstädt liefert Drehbrücke

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2013 | 05:48 Uhr

Karstädt/Malchow | Der gestrige Tag dürfte als historisches Ereignis in die Geschichtsbücher der Inselstadt Malchow eingehen. Die Einzelteile der neuen Drehbrücke aus der Karstädter Stahlschmiede von Schorisch Magis wurden geliefert. Für die Fahrer der Schwertransporter war es verdammt eng. Sie mussten eineinhalb Kilometer im Rückwärtsgang durch die sehr schmalen Straßen bis zur Abladestelle fahren, teilt das Unternehmen mit.

Die Drehbrücke, die optisch einem Segelboot ähnelt, wurde in drei fast 22 Meter langen Einzelteilen von Karstädt angeliefert, abgeladen und gesetzt, wie die Stahlbauer sagen. Ein eigens dafür aufgebauter Spezialkran hievte zunächst das Mittelteil auf die Vorrichtung am Ufer. Später folgten das landseitige und dann das wasserseitige Außenteil. Läuft alles glatt, sollten die Montagearbeiten in der Nacht gegen 2 Uhr beendet sein, heißt es in der Presseerklärung.

Am Montag beginnen die Montage- und Schweißarbeiten, mit denen acht Mitarbeiter während der nächsten Wochen alle Hände voll zu tun haben. Wenn das Brückengeländer befestigt ist, wiegt das erneuerte technische Denkmal satte 120 Tonnen. Schließlich wird auf den Untergrund aus Blech der Dünnschichtbelag aufgetragen.

Und auch die Technik der Drehbrücke muss komplett erneuert werden. Ein erster Schwenk soll bereits im September sein, sagt Jost Weimer, Geschäftsführer bei Schorisch Magis in Karstädt. Die Stahlbauer des Tochterunternehmens der Reinbeker Schorisch Gruppe haben zusammen mit den Kollegen von HTS Hydrotechnik Schlestein die Drehbrücke gebaut.

Sie sind gut im Zeitplan, so dass die Einweihung aller Vor aussicht nach schon am 3. Oktober gefeiert werden kann, blickt Jost Weimer voraus. Das Bauwerk aus Karstädt soll mindestens 100 Jahre halten. Außerdem biete es 40 Zentimeter mehr Durchfahrthöhe, damit kleinere Schiffe ohne Wartezeit passieren können.

Die Drehbrücke bleibt mit 21,70 Meter Länge und elf Meter Breite eine touristische Sehenswürdigkeit. Tagsüber öffnet sie sich zu jeder vollen Stunde. Dabei wird sie über ein Drehlager um 90 Grad zur Seite gedreht.

Das technische Denkmal besteht aus Tausenden von Einzelteilen, die bereits im Frühjahr zu den drei Teilstücken zusammengeschweißt worden sind.

Fördergelder des Landes sorgen dafür, dass Malchow sich als einzige Kommune in Mecklenburg-Vorpommern auch künftig ein solches Bauwerk leisten kann, das mit 6,8 Millionen Euro zu Buche schlägt. Die Brückenwärter sammeln zudem von den Kapitänen und Passagieren der Schiffe einen freiwilligen Obolus für den Unterhalt.

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