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Der Prignitzer

21. September 2017 | 16:20 Uhr

Karpfenteich macht Namen alle Ehre

vom

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2010 | 08:45 Uhr

Perleberg | Solche ein Gewimmel am Ufer des großen Karpfenteiches ist nicht alltäglich. Gleich behälterweise werden die zweisömmrigen Karpfen ins Wasser gesetzt. Im Schwarm schwimmen sie sogleich auf den See hinaus, erkunden ihr neues Domizil, erläutert Norbert Markwart, Kreisgewässerwart. Da sich die Karpfen im Regelfall, Ausnahmen sind ganz heiße Sommer, in unseren Breiten nicht vermehren, müsse stets für neuen Besatz gesorgt werden.

"In diesem Jahr haben wir allerdings eine größere Menge an Karpfen bekommen", räumt Markwart ein. Der Grund: Durch den letzten sehr langen und harten Winter seien fast alle Fische, gerade auch Karpfen, unter der zum Teil sehr dicken Eisdecke verendet. Schneefenster und auch Eislöcher halfen da wenig. "Die Fische konnten sich nicht in tiefere Gefilde zurückziehen, das Gewässer war größtenteils bis auf den Grund zugefroren."

Mit Unterstützung durch die Stadt sei nun ein Überwinterungsdomizil für die Schuppentiere im größeren der beiden Karpfenteiche entstanden. An die 20 Meter vom Ufer entfernt wurde mittels Sanieromat eine Rinne geschaffen, 90 Meter lang mal 15 Meter breit - ausreichend, um den Fischen auch bei geschlossener Schnee- und Eisdecke ein Überleben zu sichern. "Aus unserer Sicht war das ein Top-Verfahren ", ist der Kreisgewässerwart überzeugt. Er verbindet damit natürlich die Hoffnung, dass sich die Investition auch auszahlt. Es ist ein Kompromiss, den man hier eingegangen sei. Denn unberührt bleibt der Schilfbereich. Die Karpfenteiche befinden sich in einem FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat), in einem Landschaftsschutzgebiet und im Biosphärenreservat. Sie sind vor allem Laichgebiet von Amphibien. Und Letzteres war auch der Grund, dass die Maßnahme nicht wie geplant schon im Frühjahr über die Bühne gehen konnte. "Der Winter war hart und zu lang, das Frühjahr kam mit Macht und damit begann auch gleich die Krötenwanderung", so Antje Hartwig, zuständig für Umwelt- und Naturschutz bei der Stadt.

Das seichte Gewässer der Uferzone des Karpfenteiches sei eigentlich ideal, so der Kreisgewässerwart. Die Karpfen checken jetzt ihr neues Domizil und suchen sich dann auch schon einen so genannten Winterstand, wo sie die kalte Jahreszeit überdauern. Dann fressen sie auch nicht mehr. Sofern aber die ersten Sonnenstrahlen das Frühjahr ankünden, werden sie wieder mobil. Im seichten Gewässer finden sie dann ausreichend Nahrung.

Die Karpfen, die aus der Lausitz in die Prignitz kamen, werden einen weiteren Sommer verbringen, bevor sie dann die Größe und das Gewicht haben, um an den Haken zu können. "35 Zentimeter ist das Mindestmaß, doch für Angler sind diese Fische erst zwischen 50 und 60 Zentimeter interessant", fügt Norbert Markwart an.

Über die Bedeutung des Karpfenteiches gerade auch für den Angelsport zu debattieren, hieße Eulen nach Athen zu tragen. So gibt es bereits konkrete Überlegungen, um die Karpfenteiche weiter aufzuwerten. Angedacht ist die Einrichtung eines behindertengerechten Anglerplatzes, der damit der erste dieser Art in der Prignitz wäre. Derzeit sei man an der Erarbeitung eines entsprechenden Projektes, das auch seitens des Landesanglerverbandes mit gefördert werde, so Markwart.

Aber auch für die Kinder- und Jugendarbeit sind die Karpfenteiche wichtig, handelt es sich hier doch um ein relativ sicheres Gewässer. Und auch die Senioren unter den Petri-Jüngern wissen die Nähe des Angelgewässers zu schätzen.

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