Karlplatz zwischen Ärger und Nutzen

Der Parkplatz wird nicht von allen geliebt, wegen seines Zustandes kritisiert, aber als Stellfläche zugleich gern in Anspruch genommen

svz.de von
04. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Jürgen Peters wohnt an der Ecke von Wilhelmstraße und Bürgerstraße. Dem Grundstück gegenüber liegt der Karlplatz. Und über diesen und die Straßen ringsherum ärgere er sich immer wieder, so Peters. Er wirft der Stadt vor, dass sie sich nicht ausreichend um das Areal kümmere, im Herbst, wenn die Blätter fallen, seien Stadtmitarbeiter viel zu selten zur Stelle. Der Wind trage das Laub auf die gegenüberliegende Straßenseite. „Wir müssen das dann auch noch für die Stadt wegfegen“, sagt der Anwohner. In der Pflicht sei aber der Stadtbetriebshof. Mit dem hat sich Peters nach eigenen Worten auch in Verbindung gesetzt, die Auskünfte, man kümmere sich, haben ihn nicht befriedigt. Es passiere zu wenig, ist Peters der Meinung.

Für den Stadtbetriebshof weist dessen stellvertretender Leiter Rainer Wöhlert derartige Vorwürfe zurück. Wie er dem „Prignitzer“ sagt, „haben wir als Betriebshof für diesen öffentlichen Bereich unsere Kehrpflicht ebenso zu leisten wie es jeder Anlieger laut Satzung auch tun muss“. „Und wir kommen unserer Pflicht nach.“ Sicher sei es unschön, wenn der Wind Blätter von der einen Straßenseite auf die andere bläst, sie also auch von der Karlplatzseite in die Bürgerstraße geweht werden. „Das ist ärgerlich, aber nicht zu vermeiden.“

Der Ärger des Anwohners über den Karlplatz bezieht sich aber nicht nur auf den herbstlichen Blätterfall und die, wie er sagt, mangelnde Sauberkeit. Jürgen Peters spricht ein Treffen mit dem Bürgermeister Dr. Oliver Hermann im Frühjahr 2010 an. Bewohner am Karlplatz hatten vor gut drei Jahren bei einem Treffen mit Hermann den Zustand der unbefestigten Stellfläche und des Umfeldes bemängelt. Das Stadtoberhaupt hatte damals gesagt, es gebe die Überlegungen, aus dem Parkplatz eventuell eine Grünfläche zu machen.

Peters sagt: Der Platz sieht noch immer aus wie vor drei Jahren. Er will wissen, was aus den Worten von 2010 geworden ist.

Der „Prignitzer“ konfrontierte den Bürgermeister mit dem 2010 Gesagten. Ja, sagt Hermann, die Überlegungen Richtung Grünfläche hätte es tatsächlich gegeben, beim Vor-Ort-Termin damals sei das so besprochen worden. Aber, so der Bürgermeister, „die Entscheidung ist nach einem längeren Abwägungsprozess anders gefallen“. Der Karlplatz bleibt als Stellplatz bestehen. Der Grund: „Der Karlplatz wird als Stellfläche recht stark genutzt, und damit als Parkplatz benötigt“, sagt der Bürgermeister. Eine Befestigung des Geländes sei bisher noch nicht verbindlich diskutiert worden. Alles sei immer auch eine Frage des Geldes und der Entwicklung, die das Gebiet dort in seiner Gesamtheit nimmt.

Wie der „Prignitzer“ gestern bei kurzen Umfragen am Karlplatz feststellte, sieht nicht jeder Bewohner die Situation so kritisch wie Jürgen Peters. Eine Reihe von Nutzern würde das Gelände als Stellplatz auch sehr gern behalten.


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