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Bombensprengung in Breese : Kaputter Boden durch Sprengung?

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Leser aus Wittenberge berichtet von beschädigten Fliesen. Am Sprengtag Unfall mit Fahrerflucht in Breese

svz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 20:00 Uhr

„Mir sind im Nachhinein keine Schäden bekannt. Offiziell sind seit der Sprengung keine Meldungen aufgelaufen“, sagte Gustav Fritz vom Ordnungsamt Bad Wilsnack/Weisen gestern gegenüber dem „Prignitzer“ in Bezug auf die Bombensprengung in Breese. Unser Leser Jan Ciezynski aus Wittenberge berichtet allerdings davon, dass durch die Detonation die Fußbodenfliesen in seinem Keller hochgekommen seien. „Ich war am Vormittag noch zu Hause und als ich gegen 15 Uhr wieder kam, bemerkte ich diese Wölbung beim Rübergehen“, sagt Ciezynski, der in der Wahrenberger Straße in der Nähe des Alten Bürgergartens wohnt. „Selbst die Nachbarschaft war erstaunt welche Erschütterungen es gegeben hat.“ Bei seinen Nachbarn seien ähnliche Schäden nicht festzustellen gewesen, aber „die haben auch anders gefliest“. Seine Versicherung habe er schon informiert. Am meisten interessiert ihn natürlich die Frage: „Wer kommt für die Schäden auf, wenn die Versicherung das nicht übernimmt? Das Amt Bad Wilsnack/Weisen?“ Leider nicht, muss die Antwort lauten.

„Das muss man mit der Versicherung klären. Die würde dafür aufkommen, wenn man gegen Brände, Blitzschläge und Explosionen versichert ist“, erklärte Torsten Jacob, Direktor des Amtes Bad Wilsnack/Weisen, schon bei der Einwohnerversammlung im Vorfeld.

Das bestätigte auch Versicherungsmakler Maik Raband aus Breese gegenüber dem „Prignitzer“. „Die Feuerversicherung greift in diesem Fall. Feuer, Brand, Blitz und Explosion, das ist zumindest bei uns zusammen ein Versicherungspaket. Häufig fallen Silvesterschäden wie gesprengte Briefkästen darunter. Das wird in der Regel übernommen“, sagt Raband.

Am Donnerstag wurde in Breese zudem ein Poller im Weisener Weg in Mitleidenschaft gezogen. Eine Anwohnerin hatte die Polizei darüber informiert, dass sie gesehen habe, wie gegen 10.30 Uhr ein tiefergelegter, weißer Kleinwagen aus Groß Breese kommend, einen umgelegten Poller gerammt habe. Dabei wurde dieser aus seiner Verankerung gerissen. Der Fahrer soll noch kurz ausgestiegen sein und sein Fahrzeug inspiziert haben, sei dann umgedreht und in Richtung Groß Breese zurück gefahren. Zwar blieben andere Fahrzeuge nicht an dem Poller hängen, für den Unfallwagen war er aber wohl zu hoch. „Der Fahrer hat Unfallflucht begangen. Das ist eine Straftat. Das Auto muss einen deutlichen Schaden davon getragen haben“, sagte Melitta Cencarka, Revierleiterin der Polizei in Wittenberge, die im Lagezentrum vor Ort war. Der entstandene Sachschaden am Poller wird auf 200 Euro geschätzt. Die Feuerwehr legte anschließend eine Schlauchbrücke über die Verankerung. Da der Unfallfahrer noch nicht ermittelt werden konnte, sind mögliche Zeugen des Geschehens aufgerufen, sich bei der Polizei in Perleberg unter Telefon 03876/7150 zu melden.

Um einen Eindruck von den Vorbereitungen der Sprengungen zu erhalten, hat Ordnungsamtsleiter Gerald Neu uns ein Foto zur Verfügung gestellt. Es zeigt, wie die Experten mit dem hohen Grundwasserspiegel zu kämpfen hatten. Durch Aluringe wurden die Löcher abgesichert, damit die Erde vom Rand nicht nachrutschen konnte. „Ohne Gummistiefel ging nichts“, sagte Gerd Fleischhauer am Tag der Sprengung. Außerdem wurde das nachsickernde Wasser immer wieder abgepumpt. Das Grundwasser soll im Durchschnitt nur zwei Meter unter der Erdoberfläche verlaufen. So steht nach den Detonationen nun die braune Brühe in den Kratern.

 

 

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