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Der Prignitzer

23. November 2017 | 14:27 Uhr

Wittenberge : Kapitulation vor der Krähe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Untere Naturschutzbehörde empfiehlt, Saatkrähen möglichst in Ruhe zu lassen – Stadtverwaltung lenkt ein

von
erstellt am 30.Aug.2014 | 08:30 Uhr

„Die Saatkrähenbrutplätze sollten vor allem in den weniger konfliktträchtigen Parkbereichen und am Stadtrand in Ruhe gelassen werden, das betrifft auch die illegale Verfolgung.“ Das ist die Quintessenz der Antworten, die Bernd Lindow, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, auf eine Anfrage des „Prignitzers“ zum weiteren Umgang mit den Saatkrähen in Wittenberge der Redaktion zukommen ließ.

Die Zahlen von Nabu-Ornithologen, die der „Prignitzer“ Mitte Juli veröffentlicht hatte, sprachen für sich: Mit Beginn der Vergrämungsmaßnahmen im Jahr 2002 brach die Population von damals 412 Brutpaaren zunächst ein. In den folgenden Jahren splitteten sich die Kolonien auf und bildeten Tochterkolonien an weiteren Standorten, die rasch wuchsen – 2013 zählten die Experten 733 Brutpaare, allen Vergrämunsmaßnahmen zum Trotz.

„Die Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde teilen wir, aktuell sind keine weiteren Vergrämungsmaßnahmen vorgesehen“, teilte Peggy Heyneck vom städtischen Umweltamt auf Nachfrage mit. Auch Beschwerden von Anwohnern lägen momentan keine vor. „Die Lärmentwicklung ist vor allem in der Paarungszeit extrem hoch, aktuell sind die Vögel deutlich ruhiger“, so Heyneck.

Hat die Saatkrähe den Kampf um ihre Reviere in den Wittenberger Parks gewonnen? Zumindest zum Teil, denn in der Sandfurttrift ist laut Unterer Naturschutzbehörde der Rückschnitt von kranken Platanen geplant, und auch in der Nähe des Awo-Seniorenzentrums sollen im Rahmen einer Baumaßnahme Nistbäume der Krähe heruntergenommen werden. Es bleibt allerdings zu erwarten, dass die betroffenen Paare nur in benachbarte Bäume umziehen, und nicht etwa auswandern.

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