Kampfradler in der Bahnstraße

Dieses Verkehrsschild kennzeichnet den verkehrsberuhigten Bereich.
Dieses Verkehrsschild kennzeichnet den verkehrsberuhigten Bereich.

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28. September 2012, 06:26 Uhr

Wittenberge | Kampfradler sagen die Leute, wenn sie von jenen sprechen, die mit ihren Drahteseln in der Bahnstraße ohne jede Rücksicht auf andere über die Gehwege flitzen. Familie Schweitzer wäre, wie im "Prignitzer" zu lesen stand, beinah mit einer von hinten kommenden Radlerin kollidiert. Erna Manns, die von der anderen Seite Elbe zum Einkaufen in der Stadt war, ist empört. "Manche fahren wie wild. Ich musste förmlich beiseite springen, damit ich nicht umgefahren werden." Nicht nur sie will wissen: Dürfen die Fahrradfahrer überhaupt auf den Gehwegen unterwegs sein?

"Ja, sie dürfen, und zwar durchgehend zwischen dem Stern und der Einmündung Schillerstraße", sagt Uwe Karger, den der "Prignitzer" als zuständigen Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes um Auskunft bat. Das gehe aus den Verkehrsbeschilderungen hervor. Trotzdem gibt es, auch das wird anhand der Verkehrsschilder deutlich, Unterschiede. Bevor der Ordnungsamtsmitarbeiter das näher erklärt, verweist er auf die Gemeinsamkeit, die auf dem gesamten Bereich vom Stern bis zur Schillerstraße gilt: "Die Radfahrer dürfen nur in Schrittgeschwindigkeit unterwegs sein."

Von der Schillerstraße bis zur Einmündung Wilhelmstraße und dann wieder von der Kreuzung Rathausstraße bis Stern müssen die Pedalritter sich - auch das geht aus der Verkehrsbeschilderung hervor - auch auf dem Gehweg an die vorgeschriebenen Fahrtrichtungen halten. Anders sieht es in dem verkehrsberuhigten Bereich aus, den die blauen Verkehrsschilder für die Bahnstraße zwischen Kreuzung Wilhelmstraße und Rathausstraße markieren.

Mit dem Wegfall der Fußgängerzone in dem genannten Abschnitt ist dieser als verkehrsberuhigter Bereich ausgeschildert worden. "Wir sind zufrieden, wie die Verkehrsteilnehmer das annehmen", sagt das städtische Ordnungsamt: "Es klappt im Großen und Ganzen gut." Es zeige sich aber auch, dass nicht jeder Verkehrsteilnehmer weiß, was man in so einem Bereich darf und was nicht.

Die Redaktion bittet Karger um Aufklärung und erfährt, dass Fußgänger dort die gesamte Breite der Bahnstraße nutzen dürfen. Sogar Kinderspiele seien überall erlaubt. Der Fahrzeugverkehr muss zwingend Schrittgeschwindigkeit einhalten. Und es geht noch weiter: Fahrzeuge dürfen, so Karger, niemanden gefährden noch behindern. Notfalls müssten sie warten. Aber auch die Fußgänger dürfen nicht machen, was sie wollen. Die Straßenverkehrsordnung, auf die der Ordnungsamtsmitarbeiter sich bezieht, verlangt von den Fußgängern, dass sie die Fahrzeuge nicht unnötig behindern.

Parken ist nur auf den gekennzeichneten Flächen erlaubt. "Auch daran halten sich die meisten Kraftfahrer", sagt Karger. Die letzten Wochen hätten gezeigt, dass etwa 90 Prozent der Autofahrer parken, wo es auch erlaubt ist. Die anderen müssen damit rechnen, von den Politessen zur Ordnung gerufen zu werden. "Und das geschieht natürlich auch." Anders verhält es sich mit dem Halten, wie es die Straßenverkehrsordnung definiert. Das ist auch außerhalb der Parkflächen erlaubt.

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