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Keine UFOs über der Prignitz : Kampfjets aus Laage trainieren neue Taktik

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Abfangübungen am nächtlichen Himmel über der Prignitz, Piloten der Bundeswehr nehmen an einem Spezialtraining teil

von
erstellt am 25.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Das Rätsel ist gelöst, die Prignitzer UFOs identifiziert: Kampfjets fliegen am Nachthimmel über der Prignitz. Das bestätigt Oberstleutnant Matthias Ackermann unserer Zeitung. Im Einsatz ist das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ aus Laage, Mecklenburg-Vorpommern.

Am Mittwoch hatte uns eine Leserin aus Kletzke angerufen. Sie hatte Dienstagabend mehrere Flugobjekte gesehen, die aber nicht genau zu erkennen waren. Ebenfalls sprach sie von einem grellen Licht. Auf unserer Facebookseite bestätigten viele Leser diese Sichtungen auch im Raum Bad Wilsnack, Havelberg und Pritzwalk. Siegfried Appel aus Quitzöbel rief gestern an. Er hatte gesehen, wie zwei Flugkörper zwei andere verfolgten. Der entscheidende Hinweis auf Facebook erreichte uns am späten Mittwochabend.

„Das sind unsere Maschinen gewesen“, sagt Ackermann, den wir gestern in der Pressestelle erreichten. Das Geschwader führt in dieser Woche einen Kurs für Piloten des Eurofighters durch. An diesem nehmen zehn bereits erfahrene Piloten teil. „Es geht um eine Weiterbildung, in der spezielle taktische Verfahren trainiert werden“, erklärt der Presseoffizier.

Ebenfalls beteiligt waren an jenem Abend zwei Lear-Jets. Diese Spezialflugzeuge spielten die feindlichen Eindringlinge. Kampfjets sollten sie abfangen. Das helle Licht dürften zusätzliche Signalleuchten gewesen sein.

Es ist der erste Kurs dieser Art für Piloten der Bundeswehr, so Matthias Ackermann. Das Training endet heute, soll künftig jährlich stattfinden. Die Übungen müssen keiner Luftfahrtbehörde angezeigt werden. Sie finden in einem Luftraum statt, der dem Militär offiziell zur Verfügung stehe. Dieser erstreckt sich über Mecklenburg, Nord- und Ostsee, Hamburg bis an den nördlichen und südlichen Rand von Berlin, erklärt Ackermann.

Es gelten die Luftfahrtregeln mit denen alle Verkehrspiloten vertraut seien. Außerdem werden die Flüge durch eine zivile Stelle von Bremen aus überwacht.

Learjets sind zweistrahlige Flugzeuge, die häufig für Geschäftsreisen genutzt werden. Die an der Übung beteiligten Maschinen stammen von der Gesellschaft für Flugzieldarstellung (GFD), bestätigt Matthias Ackermann. Die GFD ist ein Trainingspartner der Bundeswehr. Sie hat ihren Sitz auf dem NATO-Flugplatz Hohn bei Rendsburg.

Nach eigenen Angaben verfügt sie über eine Flotte von 14 Learjets. Sie kommen in der Ausbildung für die Waffensysteme von Heer, Luftwaffe und Marine zum Einsatz, heißt es auf der Homepage. 
 

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