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Eichenprozessionsspinner : Kampf gegen Baumschädlinge

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Abgeordnete fordern in einer Resolution flächendeckende Bekämpfung der gefährlichen Raupen.

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Der Landkreis lässt nicht locker. Auch wenn in diesem Jahr diverse Behörden nur eine punktuelle Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ermöglichten, strebt der Kreis 2015 eine flächendeckende Aktion an. Zur Vorbereitung können bis zum 30. September befallene Bäume gemeldet werden. Um diesem Willen Nachdruck zu verleihen, verabschiedete der Kreistag eine Resolution an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

In deutlichen Worten ist die Situation dargelegt: „Aus Sicht des Landkreises Prignitz handelt es sich bei dem Befall mit Eichenprozessionsspinnern um eine gegenwärtige unmittelbar drohende Gefahr für die Gesundheit der Menschen und damit für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.“

Sind die Raupen erst einmal da, „ist die Gesundheitsgefahr durch die Brennhaare der Raupen ohne eine Bekämpfung unausweichlich“, heißt es weiter. Die Einmischung von Landes- oder Bundesbehörden sei nicht akzeptabel. Das gehe sogar aus einer Stellungnahme der Bundesregierung hervor: „Die Entscheidung über die Notwendigkeit der Bekämpfung von Schädlingen (wie z. B. des Eichenprozessionsspinners) liegt bei den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden vor Ort“, zitiert der Kreis aus der entsprechenden Bundestagsdrucksache.

Wenn dann die Ordnungsbehörden aktiv werden, müssten Landes- und Bundesbehörden das akzeptieren. Und der Kreis argumentiert weiter. Die Population habe sich ausgebreitet. Besonders Kinder würden unter „erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen“ leiden. Bei der Bekämpfung des Elbehochwassers im vergangenen Jahr kam es bei Einsatzkräften sogar zu allergischen Schockzuständen, heißt es weiter und: „Beim Deichbau drohten Unternehmen, ihre Mitarbeiter abzuziehen und die Arbeiten einzustellen.“

Touristen klagen, da attraktive Bereiche betroffen sind, wie beispielsweise der Elberadweg, die Bischofstour oder der Schlosspark Rühstädt. Damit nicht genug. Ebenfalls wird auf wirtschaftliche Folgen hingewiesen. Sichtbare Schäden an Eichenalleen und wirtschaftliche Einbußen durch das Absterben ganzer Eichenbestände, werden von Waldbesitzern gemeldet.

Dementsprechend formuliert der Kreis seine Erwartungen an den Ministerpräsidenten unmissverständlich: Die Landesregierung möge die zuständigen Bundesbehörden auffordern, die Zulassungsbedingungen und Auflagen für das Mittel Dipel ES zu ändern. Bei der Risikoabwägung seien die Auswirkungen durch den Befall mit dem Eichenprozessionsspinner auf die Gesundheit der Menschen angemessen zu berücksichtigen.

Außerdem soll die Landesforstverwaltung eine wirksame Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners auf allen befallenen Forstflächen durchführen. Bedeutsam die dritte Forderung: „Dass die Landesregierung, insbesondere das Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, anerkennt, dass die Bekämpfung eine Maßnahme zur Abwehr einer unmittelbar drohenden Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung darstellt und damit die Entscheidung bei den für die Gefahrenabwehr zuständigen Behörden vor Ort liegt.“

Auf Antrag von B90/Grüne wurde die Resolution um einen letzten Punkt ergänzt. In diesem werden Maßnahmen gefordert, die eine dauerhafte Vernichtung der Nesselhaare finanziell und personell ermöglicht.

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