Feuerteufel : Kameraden retten 28 Menschen

Bewohner müssen mit der Drehleiter gerettet werden.
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Bewohner müssen mit der Drehleiter gerettet werden.

Brandstifter schlägt Montagnacht in der Bahnstraße zu / Polizei bildet Ermittlungsgruppe

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29. Mai 2017, 20:00 Uhr

Im Stadtzentrum von Wittenberge geht die Angst um. Menschen legen sich mit ungutem Gefühl schlafen, fragen sich: Wird es in der Nacht wieder irgendwo brennen? In der Elbestadt ist ein Brandstifter unterwegs. Seine bevorzugte Gegend seit Beginn der Brandserie am 10. April ist augenscheinlich die Bäckerstraße mit angrenzenden Straßenzügen. In der Nacht zu heute mussten die Freiwilligen der Wittenberger, der Bentwischer und der Hinzdorfer Feuerwehr in die Bahnstraße 46 b ausrücken. Der Pieper ging um 1.59 Uhr. In dem großen Plattenbau an der Ecke zur Rathausstraße brannte es im Keller. „Das Feuer ging vom Verteilerkasten aus. Ein Trupp unter schwerem Atemschutz löschte den Brand. Insgesamt waren drei unserer Feuerwehrtrupps unter Atemschutz im Einsatz“, berichtet Wehrsprecher Norman Rauth. Die Brandhauptstelle befand sich nach Zeugenauskünften unmittelbar unter der Elektrohauptverteilung des Hauses.

Die Wehren waren mit einem Großaufgebot von elf Fahrzeugen und 36 Kameraden im Einsatz. In dem Brandhaus befinden sich acht Wohnungen. Die Rauchentwicklung war so stark, dass das Gebäude evakuiert werden mussten, so Rauth.

Die Kameraden retteten 28 Menschen teils über die Drehleiter sowie über Steckleitern aus dem Gebäude. Laut Polizei mussten zwei von ihnen mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden, konnten zum Glück nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

„Brandstiftung ist eine sehr verwerfliche Tat. Und es ist keinesfalls hinnehmbar, dass jemand so wissentlich Menschen in Gefahr bringt“, reagiert Torsten Diehn, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft (WGW) , auf die hinterhältige Tat mitten in der Nacht. In dem Haus, das der WGW gehört, leben auch Kinder und sogar ein Baby, berichtet er.

In der Brandnacht und auch heute Vormittag konnte das Haus erst einmal nicht bewohnt werden, „auch wenn die Wohnungen zum Glück wenig bis gar nicht in Mitleidenschaft gezogen sind“, so Diehn. Mit Hochdruck arbeitete gestern eine heimische Firma an der Wiederherstellung der Elektroversorgung, „damit die Mieter, die weitgehend erst einmal bei Bekannten und Verwandten unterkamen, so schnell wie möglich zurück können“, so Diehn. Angestrebt war als Termin bereits gestern Abend. Ausdrücklich bedankt sich der WGW-Chef bei dem Kameraden der freiwilligen Feuerwehren und allen Einsatzkräften.

Auch Bürgermeister Oliver Hermann hebt den engagierten Einsatz der Kameraden hervor, die in diesen Tagen und Wochen besonders gefordert sind. Er dankte ihnen und den anderen Einsatzkräften. Die Verwaltung habe angesichts der Brandserie eine Einsatzgruppe gebildet, „die engen Kontakt zur Polizei hält“. Direkt an die Wittenberger gewandt, bittet das Stadtoberhaupt, „wachsam zu sein, Haustüren verschlossen zu halten und jeden Hinweis der Polizei zu melden. 

Die Bewertung der Polizei und über die ergriffenen Maßnahmen lesen Sie exklusiv nur in unserer Printausgabe.

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