Feuerwehr Dargardt : Kameraden lehnen Notlösung ab

Wir schreiben das Jahr 2013 und so rücken die Kameraden aus Dargardt zu ihren Einsätzen aus.
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Wir schreiben das Jahr 2013 und so rücken die Kameraden aus Dargardt zu ihren Einsätzen aus.

Dringende Forderung nach einem wasserführenden Fahrzeug

svz.de von
12. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Heute tagt die Gemeindevertretung Karstädt ab 19 Uhr im Verwaltungsgebäude. Kameraden der Ortswehr Dargardt, die nach eigener Aussage 50 Mitglieder hat, werden dabei sein und ihr Anliegen nochmals vortragen. Es geht um eine Ersatzbeschaffung für das mittlerweile aus dem Verkehr gezogene fast 40 Jahre alte Einsatzfahrzeug, ein Mercedes vom Typ 408.

Nach dem Hochwasser im Sommer, als die Dargardter einen Tag im Krisengebiet im Einsatz waren, hatten sie enorme Probleme überhaupt nach Hause zu kommen. „So fiel auf der Rückfahrt der Motor aus, sprang wieder an und ging nach wenigen hundert Metern wieder aus. So kämpften sich die Kameraden nach einem langen Tag in fast drei Stunden in Richtung Dargardt. In der Werkstatt hat man die Reparatur auf Grund hoher Kosten nun eingestellt“, schreibt Bodo Burmeister. Der Ortswehrführer legte dem „Prignitzer“ die Sicht seiner Dargardter Kameraden dar.

„Mit dem Jahr 2014 wird die Dargardter Feuerwehr 80 Jahre alt. In diesen Zeiten gab es Höhen und Tiefen in der Wehr. Seit nunmehr 15 Jahren hat sich der Personalbestand auch durch Nachrücken von jungen Kameraden sehr gut stabilisiert. Was auf der Strecke geblieben ist, ist die Ausstattung. Gab es nach der Wende keine Möglichkeit, ein Fahrzeug unterzubringen, bekam man 2010 ein ausgemustertes Auto aus dem Gemeindeteil Sargleben.

In den Jahren 2008/2009 hatte man in viel Eigeninitiative von über 4000 Arbeitsstunden und mit nur 40 000 Euro Kosten für die Gemeinde hierfür einen Stellplatz, ein neues Gerätehaus geschaffen, nachdem das alte Gerätehaus dem Straßenbau weichen musste. Wo in anderen, auch nicht größeren Gemeindeteilen 150 000 Euro und mehr für diese Gerätehäuser ausgegeben wurden, mussten sich die Dargardter ihr Gerätehaus in Eigenleistung schaffen.

Mit dem Fahrzeug aus Sargleben hatte man aber nicht viel Freude. Aufgrund des Alters nagte der Rost unter der neuen Lackierung weiter und die Technik versagte immer wieder. Im Sommer nun das Ende. Seitdem ist man mit Bürgermeister, Verwaltung etc. im Gespräch zum Thema Ersatzbeschaffung. Es wurden durch den Wehrleiter umfangreiche Angebote eingeholt, Fahrzeuge besichtigt und entsprechende Unterlagen dem Bürgermeister übergeben.

Auf Grund der Einsätze in der vergangenen Zeit orientierte man sich hier auf ein TSF-W – ein wasserführendes Fahrzeug mit der Grundausstattung einer Feuerwehr. Wasser ist den Dargardtern deshalb so wichtig, da man hier selbst am Tage, wenn nur einige Kameraden vor Ort sind, effektiv im Brandfall handeln kann.

Es werden zwar im Brandfall Nachbarwehren mit alarmiert, aber so ist zum Beispiel die Garliner Wehr am Tag auch nur bedingt einsatzfähig und der Weg der Karstädter Wehr wird mit jedem Bauvorhaben weiter. Wurde der Bahnübergang schon geschlossen, so wird durch den Bau der Autobahn und den damit verbundenen Bau von Kreiseln etc. der Anfahrtsweg weiter erschwert. Arbeitet man so weiter wie bisher, nur mit Tragkraftspritzenanhänger oder auch bei einem TSF (Fahrzeug ohne Wasser), so vergeht viel Zeit bis zur effektiven Brandbekämpfung.

Um das Fahrzeugproblem in Dargardt zu lösen, liegt der Gemeinde ein favorisiertes Angebot für ein gebrauchtes Fahrzeug, Baujahr 2008, von knapp 60 000 Euro vor, welches die Dargardter durch Eigenleistungen beim Aufbau gern bereit sind, noch etwas einzugrenzen. Wie es weitergeht, ist ungewiss, hat sich doch herausgestellt, dass auch die Wehr aus Reckenzin eine Ersatzbeschaffung benötigt. Wobei ihr der Vorrang auf Grund der Bahnlinie gilt.

So ist nun schon über ein halbes Jahr vergangen, in dem die Dargardter mit ihrer alten Technik (Anhänger) und einem Multicar als Zugfahrzeug aus Privatbesitz – der hat aber nur zwei Plätze, die anderen Kameraden fahren mit Privat-Pkw hinterher – Dienst tun. In diesem Jahr mussten die Dargardter zusätzlich zum Hochwasser bislang 14 Mal ausrücken. Ob es eine Lösung gibt und welche es sein wird, steht in den Sternen. Von Not- und Überbrückungslösungen haben die Dargardter aber genug.“

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