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Selbst ist der Weisener Blaurock : Kamerad baut einen Lichtmast

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Oberbrandmeister Michael Meyer aus Weisen sorgt in seiner Freizeit für eine bessere Ausrüstung der Ortsfeuerwehr

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Neu war das Problem nicht. Schon seit dem Jahr 2014 mahnte Oberbrandmeister Michael Meyer von der Freiwilligen Feuerwehr Weisen, dass an einem Löschfahrzeug ein klappbarer Lichtmast fehlt. Scheinbar ein eher zweitrangiges Problem, denn das Fahrzeug verfügt über ein tragbares Stromaggregat und einen Stativmast für die zusätzliche Ausleuchtung beispielsweise einer Unfallstelle.

Doch Michael Meyer, ein erfahrener Weisener Feuerwehrmann, sah das schon seit Jahren anders. „In der Dunkelheit immer erst das Aggregat und das Stativ aus dem Fahrzeug pulen und dann noch aufbauen, das kostet Zeit. Diese ist aber gerade bei Bränden, Unfällen und anderen Hilfeleistungen sehr knapp“, erläutert Meyer. „Aber ohne gute Ausleuchtung geht es nicht. Wir müssen genau sehen, wie die Lage ist und was wir tun.“

Da sich angesichts leerer Kassen über Jahre nichts tat und auch die Aussichten eher schlecht waren, die Wehr brauchte noch andere Ausrüstung und für die Gemeinde Weisen gilt ab 2017 ein Haushaltssicherungskonzept, schritt der Elektriker im Vorjahr selbst zur Tat. Im Internet suchte er, was an klappbaren Lichtmasten und deren Komponenten so alles angeboten wurde. Selbst die Einzelteile würden fast 1000 Euro kosten, stellte er rasch fest. „Die haben wir aber nicht und das kannst du auch allein“, meinte der Feuerwehrmann nach den intensiven Recherchen.

Er entwarf nach seinen Erfahrungen, der vorhandenen Ausrüstung an anderen Feuerwehrfahrzeugen und Anregungen aus dem Internet selbst einen stabilen klappbaren und höhenverstellbaren Lichtmast aus Stahl. Die LED-Elemente für den Lichtbalken zu kaufen und zusammenzufügen war dabei für den Elektriker das geringere Problem. Das Material für den Mast zu beschaffen, zu bearbeiten und zusammenzubauen, erwies sich als deutlich schwieriger. Aber in vielen Freizeitstunden und mit Unterstützung – „da muss man einen Schlosser kennen, der auch schweißen kann“ – wurde der sehr stabile Mast gegen Jahresende endlich fertig. Er erfüllte auch die Grundvoraussetzungen, stabil, praktikabel und sicher zu sein. Dann erhielt der Mast noch den Anstrich in feuerwehrtypischem Rot und konnte bei der Jahreshauptversammlung unter viel Beifall an den Förderverein und die Freiwillige Feuerwehr Weisen übergeben werden.

Michael Meyer sah sich dabei in einer Doppelrolle als Feuerwehrmann und als Mitglied im Förderverein der Wehr. Wie viele Freizeitstunden er in das Projekt investiert hat, kann er nicht sagen. „Hauptsache, wir haben jetzt den Mast.“

Etwas Freizeit müssen die Kameraden aus Weisen aber noch investieren. Sie montieren am Löschfahrzeug noch eine Stahlplatte, an welcher der klappbare Mast sicher angebracht werden kann.

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