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Kaffee, Tee und Natur so weit das Auge reicht

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erstellt am 30.Aug.2013 | 06:06 Uhr

Boberow/Rühstädt | Wer auf ein langes und erfolgreiches Berufsleben zurückblickt, der kann entweder seine Zeit mit Reisen quer über den Erdball verbringen oder sich auf seine Herkunft besinnen und für seine Heimat engagieren. Bauingenieur, Musiker und Lokalhistoriker Manfred Müller hat sich für die zweite Variante entschieden. Durch seine Spende konnten rund ums Rambower Moor vier neue Rastplätze geschaffen werden, die gestern eröffnet wurden.

"Die Fahrten mit den großen weißen Schiffen liegen mir nicht, deshalb lasse ich mir immer etwas einfallen", erklärt das Multitalent. Und meist bedenkt der Hobbyornithologe und Buchautor seine Heimatregion. Gestern kam er zur Einweihung der soliden Holzbänke- und tische, um unter anderem mit Jan Schormann vom Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und der Vorsitzenden der Fördervereins Biosphärenreservats Dr. Krista Dziewiaty über die Lage vor Ort zu diskutieren.

"Wir wollen das Gebiet behutsam und stückweise touristisch entwickeln. Dafür haben wir zwei Beobachtungstürme und Schautafeln geschaffen und jetzt als krönenden Abschluss die Rastplätze rund ums Moor errichtet", erzählt Schormann. Doch sind mit diesen Stätten vor den eindruckvollen Aussichten lediglich vorerst die touristischen Maßnahmen abgeschlossen. Vordergründig soll sich in Zukunft weiter alles um die erhaltenswerte Natur drehen.

So betreute zum Beispiel Dr. Krista Dziewiaty in den vergangenen Monaten ein Wiesenbrüterprojekt. Diese brüten in genutzten Flächen, werden jedoch durch die Landwirtschaft zunehmend zurückgedrängt. "Wir haben dann geguckt, ob wir die Nester finden, diese markiert und die Landwirte gefragt, ob sie zum Beispiel erst einmal drum herum pflügen können", berichtet Dziewiaty. Und das mit Erfolg. Bereits im vergangenen Jahr konnten etwa 30 Nester gerettet werden und auch in diesem Jahr konnte ein Bruterfolg verzeichnet werden. Vor allem die positive Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ort lobte die Fördervereinsvorsitzende.

Doch verzögern diese Maßnahmen lediglich die Bedrohung, sie sind jedoch nicht nachhaltig. "Schön wäre ein höherer Wasserstand des Moores, ein Zurückfahren des genutzten Grünlands und etwas spätere Erntezeiten", verdeutlicht Schormann. Vor allem, da das durch die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) geförderte Projekt im kommenden Jahr ausläuft. "Wir werden zwar ehrenamtlich weiter machen, allerdings mit nicht so einem großen Effekt", so Dziewiaty.

Allerdings konnten sich die Teilnehmer der Kaffeetafel am Rohrdommelturm gestern vordergründig über das Erreichte freuen und den Blick von den Tassen direkt über die Weiten des Rambower Moores schweifen lassen. Vor allem bei Manfred Müller kamen dabei die Erinnerungen hoch. "Ich bin in Boberow zwischen 1947 und 1950 zur Schule gegangen. Wir sind noch in Holzpantinen um das Moor gelaufen", erinnert sich Müller. Und auch in Zukunft werden Manfred Müller und vor allem den Mitarbeitern des Reservats die Projekte nicht ausgehen. So bot der Schweriner direkt weitere finanzielle Hilfe bei Projekten an. Und zu tun gibt es in und um das Rambower Moor genug.

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