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Noch kein Plan für die Poliklinik : Käufer machte ein Schnäppchen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landkreis brachte ehemalige Poliklinik am Heineplatz 7 sowie die Grundstücke 5 und 4 zur Auktion. 117 000 Euro Verkaufserlös

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erstellt am 26.Feb.2015 | 08:00 Uhr

Der neue Besitzer der alten Poliklinik am Heinrich-Heine-Platz und der beiden anschließenden Wohnhäuser 5 und 4 will morgen nach Wittenberge kommen. Ende Juni vergangenen Jahres hat der in Berlin lebende Hotelier die drei Gebäude bei einer Auktion ersteigert.

Der Investor hat in Wittenberge den Contact Maklerservice von Frank Knäbe die Objektbetreuung übergeben. Derzeit steht noch nicht fest, was genau der Käufer mit der Poliklinik anfangen will. Knäbe sagt, altenbetreutes Wohnen wäre denkbar, wenn sich ein Partner findet. Der Eigentümer soll, so sagen andere, auch schon mal laut über einen möglichen Umbau der Poliklinik zum Hotel nachgedacht haben.

Das würde Aussagen untermauern, der Investor habe auf der Auktion im Sommer 2014 sehr kurzfristig, den Entschluss gefasst, die beiden Wohnhäuser sowie die Poliklinik vom Kreis zu ersteigern.

Die Mindestgebote dürften ihm die Entscheidung eher leicht gemacht haben. Der Landkreis als Besitzer hat das 2658 Quadratmeter große Grundstück in guter Stadtlage mit der Poliklinik mit einer Nutzfläche von 1236 Quadratmetern für 35 000 Euro Mindestangebot zur Versteigerung gebracht.


Keine Kommunikation mit der Stadt


Für 56    000 Euro gab es laut Deutsche Grundstücksauktion AG den Zuschlag. Das dürfte als Schnäppchen gelten. Der Landkreis bestätigte bereits im Januar auf Nachfrage des „Prignitzers“ zwar die Veräußerung der Immobilien, äußerte sich zum Erlös aber nicht.

Fakt dürfte sein, dass der Kreis mit der Versteigerung für sich ein Immobilienproblem gelöst hat. Ob die Entscheidung, die Gebäude – vor allem aber die Poliklinik – per Auktion abzustoßen, für die Stadt Wittenberge eine gute war, hängt sehr vom künftigen Engagement des Käufers ab.

Die Stadt selbst scheint nicht glücklich mit dieser Art des Verkaufs. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sagt, „das sollte nicht unbedingt Schule machen“. Aus seiner Sicht sei es vielmehr wichtig, dass bei Verkäufen bedeutsamer Immobilien eine Kommunikation mit der Stadt stattfindet, um günstige Lösungen für beide Seiten zu ermöglichen. So wie es nach Hermanns Worten derzeit beispielsweise in Bezug auf das ehemalige Kinderheim in der Bad Wilsnacker Straße geschehe.

Nach Recherchen des „Prignitzers“ hatte sich über viele Monate auch ein einheimisches Unternehmen für die Poliklinik interessiert, war mehrfach deshalb im Gespräch mit Mitarbeitern des Immobilienbetriebs bei der Kreisverwaltung. Die in Wittenberge ansässige Firma wollte die von ihr genutzten Flächen ihrem gewachsenen Volumen anpassen. Mit anderen Worten, dieser Interessent hatte bereits eine Art Konzept für einen Teil des Gebäudes, war auf der Suche nach möglichen Partnern. Als Verhandlungsbasis soll der Landkreis Summen genannt haben, die recht erheblich über den 56  000 Euro lagen, die die Versteigerung eingebrachte.

War die Versteigerung der Poliklinik also wirklich die einzige Möglichkeit?

Pressesprecherin Christel Spenn vom Landkreis sagt: „Bevor die Immobilie in die Auktion ging, war sie seit 2011 im Internet zum Verkauf angeboten.“ Da es aber nicht zu einem ordentlichen Verkauf gekommen sei, ging die Immobilie in die Versteigerung.

Dass Wohnhaus und Grundstück Heinrich-Heine-Straße 5 wurde für 25  000 Euro und die Nummer 4 für 36  000 Euro versteigert.  

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