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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 08:05 Uhr

Kätzchen suchen Familienanschluss

vom

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2012 | 06:56 Uhr

Streesow | Mit einem Hilferuf wendet sich der Tierschutzverein Prignitz e.V. an Tierfreunde, denn zehn kleine Katzen suchen ein neues Zuhause. Versorgt werden sie gegenwärtig in Streesow von Annegret Kusserow.

Die Streesowerin hat selbst Katzen, Hunde, Ziegen, Enten und Gänse auf ihrem Hof. Die Tierliebe veranlasste sie, sich im Winter vergangenen Jahres um eine herrenlose Katze zu kümmern - mit ungeahnten Folgen. "Sie fror so, da habe ich ihr was hingestellt", entschuldigt sich Annegret Kusserow. Die Katze kam jeden Abend, im Frühjahr waren es bereits zwei bis drei, auch gesellten sich noch Katzen aus der Nachbarschaft dazu. Und der Nachwuchs ließ nicht lange auf sich warten, so dass sich jetzt unter den beiden Tannen vor dem Haus Nr. 3 täglich 14 Katzen zum Füttern einfinden.

Der Ansturm wuchs Annegret Kusserow über den Kopf, so dass sie sich hilfesuchend an den Tierschutzverein wandte. "Wer sich der Katzen annimmt, ist dafür eigentlich auch verantwortlich", erklärt Vereinsvorsitzender Fred Poleska. "Wir haben immer das gleiche Problem: Die Leute füttern fremde Katzen und ziehen damit weitere Tiere an. Das sollte man nicht tun." Den Fall in Streesow bewerte er jedoch als Notstand, wo man helfen müsse. Gemeinsam mit Katrin Johns, die sich als Vereinsmitglied in Tierschutzfragen für den Nordwesten der Prignitz engagiert, kam der Dergenthiner zu Annegret Kusserow, um ihr Futterspenden zu bringen. "Das ist nur eine Überbrückung. Die Tiere sollen jetzt bewusst gefüttert werden, damit sie noch zahmer werden, denn wir wollen die Katzen an Tierfreunde weitergeben", so Poleska. Wer eine der zehn Jungkatzen haben möchte, melde sich bitte bei Annegret Kusserow, Streesower Dorfstr. 3, Telefon 038788/50408.

"Wer sich eine Katze holt, den unterstützen wir bei der Sterilisation des Tieres", ergänzt Poleska. Der Verein selbst will die Muttertiere fangen, sterilisieren lassen und die Katzen wieder aussetzen. Die Vierbeiner in der Dergenthiner Tierpension aufzunehmen, sei nicht möglich, so Poleska. "Wir haben hier nur einen Katzencontainer für maximal fünf Notfalltiere, wie operierte Katzen."

Fast täglich erreichen ihn Anrufe aus unterschiedlichen Orten zu ausgesetzten, wilden oder zugelaufenen Tieren. "Dafür zuständig sind jedoch die Gemeinden bzw. Ämter", stellt der Vereinsvorsitzende klar. "Unsere Hauptaufgabe ist das Einfangen und Sterilisieren freilaufender Katzen, um eine unkontrollierte Vermehrung einzudämmen. Anschließend werden die Tiere wieder als Freiläufer entlassen bzw. vermittelt. Für die frei lebenden Katzen haben wir Futterstellen eingerichtet, die Versorgung übernehmen Mitglieder und Katzenfreunde", erzählt Poleska.

62 Mitstreiter zählt der Verein aktuell, wirklich aktiv sind jedoch nur sieben bis acht Mitglieder. "Hier wünschen wir uns mehr Akteure. Auch brauchen wir dringend Verjüngung in unseren Reihen", betont der Vereinsvorsitzende mit Blick auf das Durchschnittsalter von 62 bis 63 Jahren. Ohne Katrin Johns mit ihren 33 Lenzen wäre der Altersdurchschnitt noch höher. Für die Garlinerin, aufgewachsen auf einem Bauernhof, gehört der Tierschutz einfach zum täglichen Leben. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie ein kleines Kätzchen mit nach Hause nehmen möchte - "ein getigertes soll es sein, wir hatten immer solche auf dem Hof", begründet Katrin Johns ihre Entscheidung.

Vereinskontakt: 038793/40619 bzw. 0173/1938866 sowie www.bens-hundehof.de

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