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Kabelanbieter verunsichert Mieter rund um Külz-Berg

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erstellt am 22.Feb.2013 | 09:09 Uhr

Wittenberge | "An ihrem o. g. Wohnobjekt liegt ein Kabelanschluss von Kabel Deutschland an, den Sie derzeit nicht nutzen. Daher werden wir den ungenutzten Anschluss kurzfristig abschalten." - Zeilen aus einem Brief, den der Kundendienst Erfurt von Kabel Deutschland an Annerose und Rolf Schäftlein in der Straße der Einheit auf den Külz-Berg schickte. "Wir wussten gar nicht, was wir damit anfangen sollen und ob sich für uns Veränderungen ergeben", sagen Schäftleins. So wie ihnen geht es momentan wahrscheinlich Hunderten Genossenschaftern, denn sie erhalten identische Briefe des besagten Unternehmens, informiert der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft "Elbstrom", Karsten Ko rup.

Angekündigt wird in dem Schreiben nicht allein das kurzfristige Abschalten des Anschlusses. Die Genossenschafter werden außerdem gebeten, sich bei Einwänden unter einer gebührenfreien Rufnummer bis zum 8. März zu melden.

Karsten Korup weiß aus den Erlebnissen der vergangenen Tage, "dass unsere Mieter durch die persönlich an sie gerichteten Schreiben verunsichert sind". Er schätzt, dass im Wohngebiet der Genossenschaft rund um den Külz-Berg etwa 2000 Haushalte betroffen sein können. "Unsere Telefone glühen fast heiß wegen der vielen Anrufe besorgter Mieter, die befürchten, dass sie bald kein Fernsehen mehr gucken können", sagt er und gibt zur gleichen Zeit Entwarnung: Niemand müsse befürchten, dass er plötzlich ohne Fernsehempfang ist.

Der Grund ist ganz einfach erklärt: Die Wohnungen der WG "Elbstrom werden nicht von Kabel Deutschland mit Fernseh- und Rundfunksignalen beliefert. Wie der WGE-Vorstand sagt, "werden unsere Wohnungen von der Wittenberger Firma KKW GmbH mit Fernsehen, Rundfunk, Telefonie und Internet in guter Qualität versorgt." Deshalb sagt Korup auch: "Die Schreiben von Kabel Deutschland können getrost ignoriert werden." Außerdem sei es grundsätzlich so, "dass alle Dienstleister, so auch die Kabelnetzbetreiber, mit den Hauseigentümern, also mit der Genossenschaft, zu klären haben, ob und wann sie irgendwelche Eingriffe in die Infrastruktur der Gebäude vornehmen dürfen oder auch nicht", fügt Karsten Korup zur näheren Erläuterung noch hinzu. "Kabel Deutschland hat zu keinem Zeitpunkt Infrastruktur in unseren Gebäuden besessen oder bewirtschaftet."

Der "Prignitzer" fragte gestern bei der Kabel Deutschland nach, wie die mysteriösen Briefe zu erklären sind. Antwort gibt der Kabel Deutschland-Pressereferent Klaus Rosenkranz. Er schreibt in seiner Mail: "Im konkreten Fall in Wittenberge liegt offensichtlich ein Datenfehler auf unserer Seite vor. Die betreffenden Objekte wurden früher einmal mit unserem Signal versorgt. Die dazu vorhandenen Informationen in unseren Unterlagen wurden nach dem Ende der Versorgung nicht ausreichend korrigiert. Es tut uns leid, dass Kunden eines anderen Netzbetreibers unsere Schreiben erhalten haben. Diese können hier getrost ignoriert werden."

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