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Der Prignitzer

20. November 2017 | 18:36 Uhr

Jura: Rastplatz für ausgediente Fenster

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2012 | 06:52 Uhr

Quitzow | "Das ist doch eine Sauerei." Ulrich Jura, CDU-Stadtverordneter und zuständig für den Feldbau in der Agrargenossenschaft Quitzow, schüttelt den Kopf. Wahrscheinlich über Nacht hatte sich der kleine Rastplatz am Henningshofer Weg unweit des Dorfes in eine Müllhalde verwandelt. Alte Fenster, diverse Platten Wellasbest und mancherlei Unrat, der bei häuslichen Umbauten so anfällt, macht sich dort breit, wo eigentlich Radler und Spaziergänger zum Verweilen eingeladen sind. Freitagmorgen auf seiner Kontrollfahrt entdeckte Jura diesen Haufen Dreck in Mutter Natur. "Ich wollte eigentlich nur danach sehen, ob wir am Montag bereits mit der ersten Stickstoffgabe im Raps beginnen können. Da bot sich mir dieser gelinde gesagt unschöne Anblick am Wegesrand." Wahrlich alles andere als ein Aushängeschild an einem Weg, der vor allem auch von Hotelgästen gern genutzt wird, um die nähere Umgebung per Drahtesel oder auf Schusters Rappen zu erkunden.

Umgehend wandte sich Jura an das Ordnungsamt der Stadt. "Vielen Dank für den Hinweis, wir werden uns darum kümmern", erhielt er zur Antwort. "Doch getan hat sich bis Montagmorgen absolut nichts", fügt er sichtlich verärgert an.

"Stimmt so nicht ganz", hält Thomas Kolbow, Sachbereichsleiter Ordnungsangelegenheiten, dagegen. Der Stadtbe triebshof wurde noch am gleichen Tag informiert. Aufgrund der Vorbereitungen zum Suren-Hansen-Markt fehlte es aber an Zeit und Leuten, um stehenden Fußes reagieren zu können.

Auch seitens des Umweltamtes der Stadt sei man aktiv geworden, bestätigt Antje Hartwig, die zuständige Mitarbeiterin. Da es sich hier um sogenannte Kleinstabfallmengen handle, habe sie umgehend den Landkreis, der dafür zuständig sei, informiert. Und von diesem gab es Montag grünes Licht, um wieder Ordnung in Mutter Natur am Rastplatz am Henningshofer Weg zu schaffen. Allerdings zu Lasten der Allgemeinheit, denn derartige Beräumung illegaler Deponien werden letztlich auf die Müllgebühren umgelegt.

Gleiches passiert auch mit Elektroschrott, der immer wieder in Wald und Flur entsorgt wird. "Und dass kann ich nun gar nicht verstehen, denn den kann man kostenlos in der Annahmestelle in der Wilsnacker Straße angeben", betont Antje Hartwig, "und im Auto hat man ihn doch sowieso schon. Da kann man ihn doch auch ordentlich entsorgen".

Vor allem sind es aber auch die Unmassen von Gartenabfällen, die Ulrich Jura auf seinen Fahrten zu den Schlägen immer wieder ins Auge stechen. "Fein säuberlich wird der Baumschnitt und was da noch im Garten zusammenkommt in blaue Säcke gestopft, statt das Zeug zu kompostieren. Zu guter Letzt entledigt man sich des Abfalls dann auch noch an den ausgebauten Radwegen. Das Schlimme, die Verursacher bekommt man nie zu fassen oder nur selten."

Wie "Der Prignitzer" gestern von der Stadt erfuhr, soll der Bauschutt inzwischen ordnungsgemäß durch den Stadtbetriebshof abgefahren und entsorgt worden sein. "Aber auch der Transport erfolgt nicht zum Nulltarif für die Stadt", betont Antje Hartwig.

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