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Feriencamp der besonderen Art in der Prignitz : Junge Retter trotzen dem Regen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Zum gemeinsamen Jugendcamp von Feuerwehr und THW kommen 64 Kinder aus Perleberg, Wittenberge und Elmshorn nach Cumlosen.

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erstellt am 27.Jul.2017 | 11:00 Uhr

Einsatzkräfte haben niemals frei. Das wissen schon die Jüngsten. Denn wenn andere Kinder in der ersten Ferienwoche erst einmal die Ruhe nach dem Schulstress genießen, heißt es für den Nachwuchs von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk: Auf zum Feriencamp.

Dort wird Ferienfreizeit spielerisch mit Ausbildungsinhalten kombiniert. Seit Jahren kooperieren die Wehren aus den Ortsteilen von Perleberg und Wittenberge mit der THW-Ortsgruppe Wittenberge und finden mit dem Gelände am Cumlosener Bootshafen perfekte Bedingungen für die Camps vor. „Du kannst hier Radau machen und störst dabei keinen“, so Kreisjugendwart Mario Brandt mit Blick auf seine quirlige Truppe.

64 Kinder und Jugendliche aus Perleberg, Düpow, Groß Buchholz, Wittenberge sowie von der THW-Jugendgruppe Neuruppin und aus der Wittenberger Partnerstadt Elmshorn schlugen ihre Zelte auf und trotzen in dieser Woche dem Regenwetter, oder wie Brandschutzerzieher Ralf Arnoldt aus Perleberg scherzhaft meint: der „flüssigen Sonne“. Am Dienstag traten die jungen Einsatzkräfte zum Stationentraining an. An fünf Stellen wurde Wissen rund um die Erste Hilfe, Notfallrettung oder der Ausstattung eines Löschfahrzeugs aufgefrischt.

Besonders spannend war die Station der Bundespolizei. Protektoren, Helme und Schilder, mit denen sich Bundespolizisten in Einsätzen und bei Krawallen schützen, hatten es den jungen Leuten angetan. „Hauptaugenmerk ist immer die Sicherheit der Menschen“, so Holger Herms, Präventionsbeauftragter und Polizeioberkommissar von der Bundespolizeinspektur Berlin-Hauptbahnhof. Laura probierte erst eine normale Einsatzweste aus, dann die kugelsichere Weste. „Die zweite ist ganz schön schwer“, ist Laura sichtlich erstaunt. An Selbstverteidigungsmitteln für die jeweiligen Interventionsstufen fehlt es nicht. Holger Herms erklärt, dass gerade Polizisten immer einen kühlen Kopf bewahren müssen, Kommunikationsstärke gefragt und Gewalt immer das allerletzte Mittel sei. „In dem Alter ist es noch etwas Besonderes, man muss die Kinder frühzeitig begeistern“, ist sich Polizeihauptmeister Jörg Wegner sicher. Ob nun bei dem einen oder anderen Jungblaurock die Lust auf Polizeiarbeit geweckt werde, sei dabei nachrangig. „Wichtig ist, dass sich junge Leute überhaupt in den Rettungskräften engagieren“, und dies sei um so mehr zu würdigen, je rarer der Nachwuchs werde, ergänzt Herms.

Zufrieden nicht nur mit dem Interesse der Kinder und Jugendlichen, sondern auch mit dem Einsatz der Kollegen ist Kreisjugendwart Mario Brandt: „Jeder Kamerad, der hier betreut, trägt dazu bei, dass die Motivation weit oben bleibt.“ Die Betreuer aus den Erwachsenenwehren nehmen für die Zeltlager selber privaten Urlaub, daran zeige sich deutlich, so Ralf Arnoldt, welchen hohen Stellenwert die Jugendarbeit bei den Kameraden habe. Wichtigstes Ziel der Zeltlager sei, im Umgang mit der Technik erfahrener zu werden und Lust auf Kameradschaft zu bekommen, meint Svenn Roggmann vom THW.

Auch wenn das Wetter bisher nicht ganz zum Baden einlud: Gerüstet fürs Planschvergnügen ist man trotzdem. Zwei große mobile Auffangbecken, die im Einsatzfall ölverschmutztes Wasser auffangen können, wurden mit klarem Wasser gefüllt, je eins für Schwimmer und Nichtschwimmer. Jedoch zog man im Dauerregen am Dienstag dann doch lieber die Wittenberger Schwimmhalle vor. Am heutigen Donnerstag wird das Zeltlager langsam abgebaut, am Abend gibt es dann eine Disko. „Es soll ja auch Spaß machen“, so Campleiter Lukas Arnoldt. Morgen geht es für die Kinder und Jugendlichen wieder nach Hause.

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