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Der Prignitzer

22. Oktober 2017 | 21:28 Uhr

Junge Kantorin zieht alle Register

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dorothea Uibel ist die Neue im Kirchenkreis Prignitz / Ihr Arbeitsplatz ist die Königin der Instrumente – die Orgel

von
erstellt am 12.Feb.2015 | 10:38 Uhr

Dorothea Uibel heißt die Neue im Kirchenkreis Prignitz. Seit September vergangenen Jahres hat Perleberg mit der 39-Jährigen wieder eine festangestellte Kirchenmusikerin. Geboren in Wuppertal, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete sie elf Jahre als hauptamtliche Kantorin im Westerwald. „Ich liebe aber das flache Land, die nördlichen Gefilde“, gesteht die junge Frau, deren Herz für die Musik im Allgemeinen und für die Kirchenmusik im Besonderen schlägt. Per Fahrrad sei sie so auf dem Elberadweg unterwegs gewesen, habe Rühstädt, Wittenberge, Havelberg kennengelernt und die Menschen dort. „Die haben das Herz auf dem rechten Fleck, sind ausgesprochen freundlich.“ Wie es der Zufall so wollte, wurde die Stelle einer Kantorin in Perleberg ausgeschrieben. Die studierte Kirchenmusikerin bewarb sich und wurde genommen.

Die Königin der Instrumente, das ist ihr Arbeitsplatz, hier zieht sie im wahrsten Sinne des Wortes alle Register. Das sind genau 35 an der Zahl. 2400 Pfeifen sorgen für die richtigen Töne, eine Vielzahl von Kippschaltern, Knöpfe, Pedalen samt Crescendorolle und Schweller für die Klangvariationen.

Den Weg zur Musik fand Dorothea Uibel über die Flöte und die Geige. „Nach der Konfirmation wollte ich einfach weiter in der Kirche aktiv sein“, erzählt sie. Im Flötenkreis habe sie mitmusiziert und in den Kirchenchören mitgesungen. „In der Kirche Musik zu machen, das ist etwas ganz Besonderes. Es ist schon ein Unterschied, ob man im Gottesdienst zu Gottes Lob spielt.“ Und sie sei auf die richtige Lehrerin getroffen. „Ich hatte eine Kantorin, die die Stücke so erklären konnte, dass man die Musik spürte. Denn Musik ist mehr als nur Töne.“ Über jene kam Dorothea Uibel zum Klavierunterricht. In Herford studierte sie schließlich Kirchenmusik, unterrichtete anschließend selbst Orgelschüler. Und das mit Erfolg, denn alle konnten relativ schnell eigenständig zu Gottesdiensten spielen.
Auch hier in Perleberg hat sie noch etliche Aufgaben neben dem Orgelspiel. Schier fasziniert von der Qualität des Posaunenchores wirkt sie jetzt selbst in diesem aktiv mit, spielt Trompete, dirigiert und versucht, den Nachwuchs für die Blechblasinstrumente zu begeistern. Zudem leitet sie Kirchenchöre, so den Perleberger und den Singekreis in Berge. Auch im evangelischen Kindergarten freut sich der Nachwuchs, wenn Dorothea Uibel kommt, mit den Mädchen und Jungen singt und musiziert.

Für Katechetin Isabella Scholz-Glomke ist die junge Kantorin zudem eine Stütze speziell bei den Musikprojekten, wie zu Weihnachten beim Krippenspiel. Den Turmbau zu Babel als Musical gemeinsam zu inszenieren, das ist das nächste gemeinsame Vorhaben, das noch in diesem Jahr aufgeführt werden soll. „Umzugskartons für den Turm habe ich noch“, fügt die junge Musikerin lächelnd an. 2017 zum Reformationsjubiläum suche man noch eine entsprechende Projektidee, die man gemeinsam umsetzt und dann auf den Kirchtag in Berlin aufführt.

Der Tag reicht oftmals nicht, so viel hat sich die junge Kantorin vorgenommen. Auch Schreibkram will täglich abgearbeitet werden, dazu gehören auch Anträge auf Fördermittel, wie jetzt für die Sanierung der Jehmlich-Orgel in der Kirche.

Und in der Freizeit? Das Radeln liebe sie und sie habe einen Faible fürs Gärtnern, gesteht sie lächelnd. „In Gedanken plane ich schon, wie ich das kleine Stückchen Garten am Haus gestalte.“ Ein bisschen umgegraben habe sie schon, den ersten Kompost angelegt und auch bereits die einsame Rose in Pflege genommen.  

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