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Perleberger Sängerin : Julias Traum ist die Opernbühne

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Lotte Lehmann Akademie erstmals auch mit Perleberger Besetzung / 26-Jährige ist fasziniert vom dem, was der Sommerkurs und seine Dozenten jungen Sängern vermitteln

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erstellt am 19.Aug.2017 | 07:00 Uhr

Sie ist das Küken des Sommerkurses der Lotte Lehmann Akademie, aber eins mit Heimvorteil. Denn mit Julia Schuhmacher findet die Akademie in ihrer 9. Auflage nun auch mit Perleberger Besetzung statt.

26 Jahre jung ist Julia Schuhmacher, geboren und aufgewachsen in Perleberg. Am Gottfried-Arnold-Gymnasium hat sie das Abi gemacht, mit Medizin geliebäugelt und Wirtschaftswissenschaften zu studieren begonnen.

„Anfangs wusste ich gar nicht, dass man Operngesang studieren kann“, gesteht sie lächelnd. Anders herum vermutet aber auch kaum jemand eine junge, angehende Opernsängerin in diesem zarten Wesen. Einzig Birgit Bockler, sie hatte offensichtlich einen Blick und das Gespür für Julias Talent und brachte sie schließlich auch auf den Weg, der sie, so ihr Traum, einmal auf die große Bühne führt. „Sie war meine erste Gesangslehrerin, sie hat mich vorbereitet und begleitet bis zur Aufnahmeprüfung. Ihr verdanke ich ganz viel.“

Musik und eine gewisse schauspielerische Gabe hat die 26-Jährige aber offensichtlich im Blut. Nicht von ungefähr hörte man Frau Litzba, ihre Erzieherin in der Kita „Piccolino“, ganz viel mit der kleinen Julia singen. Mit der Mama hingegen ist die Kleine oft in die eine oder andere Rolle geschlüpft. Und noch eine Frau ahnte zumindest, was in Julia steckt: Frau Budereck, ihre Musiklehrerin an der Grundschule „Geschwister Scholl“. Gänsehaut bekommt man, wenn Julia erzählt, als Frau Brudereck sie zu ihrem ersten großen Auftritt in der 6. Klasse überredete. Julia begeisterte eine ganze Schule, sie musste anschließend Autogramme auf den Armen ihren Mitschüler geben. „Es war einfach nur schön.“

Schulchor am Gymnasium, Part im Schulmusical „The Rats“, sie sang in der Band mit Eike Steuer – Musik begleitete die junge Perlebergerin auf Schritt und Tritt. Noten lernte sie und sie sang sich in viele Herzen. Alles aus Spaß an der Freude. Doch Birgit Bockler sah mehr in dem jungen Mädchen, coachte sie. 2004 dann durfte sie schon mal „Opernluft“ schnuppern, an Probestunden bei der Lotte-Lehmann-Woche teilnehmen. 2007 war sie dann richtig eingetragene Teilnehmerin. Und hier haben Angelo Raciti und Janet Williams schier einen Nerv bei Julia getroffen: Die Oper nahm sie gefangen.

Studium an der Hochschule für Musik


Julia begann ein Studium für Operngesang an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock. Lehmann Woche oder gar Akademie, nein, sie waren nicht vergessen, „aber ich hatte Angst, noch nicht gut genug dafür zu sein“, gesteht sie. Hier in Perleberg ist sie zuhause, da kennen sie viele von klein auf an. Sie wollte einfach keinen enttäuschen. So dauerte es bis 2016 und einen stimmlichen Wechsel bis Julia sich wieder für die Lehmannwoche anmeldete. Statt Mezzosopran sang sie nun Sopran, überzeugte die Juroren und vor allem das Publikum beim großen Abschlusskonzert in der St. Jakobikirche. Platz eins in der Kategorie Fortgeschrittene und damit die Bestätigung: Julia ist reif für die Akademie.

Der stimmliche Wechsel hat sich ausgezahlt und „passt auch optisch besser zu mir“, pflichtet sie bei und muss selbst lachen. Eine Amme oder Walküre seien optisch und stimmlich für sie eben noch keine Option. Sie fühle sich als Sopran in den Mädchenrollen derzeit überaus wohl.

Im September/Oktober stehen Proben für ein Opernprojekt, den ersten Teil der Abschlussprüfung an der Hochschule, an. Im Frühjahr 2018 ist dann Abschlussprüfung. Die Akademie sei für sie eine super Vorbereitung. „Der Unterricht ist viel intensiver, individueller und vielschichtiger.“ Gesang, Technik, Ausdruck – an allem, was für den Auftritt auf der Bühne zählt, wird gearbeitet. „Eine Arie zu singen ist was ganz anderes als eine komplette Oper. Oper spielt man, der Gesang muss da aus dem Körper kommen. Doch all das bringt nichts, wenn man das Vorsingen nicht schafft.“ Und das steht für Julia nach dem Studium an, dafür arbeitet sie jetzt – drei Wochen dreht sich für sie von morgens bis abends alles um Oper, Bühne, szenisches Spiel, Technik. Ein volles Programm, ein hartes Training, und in Watte werde da niemand gepackt. Die Dozenten nehmen einem Illusionen, sie helfen aber, Träume zu verwirklichen.

Julias Traum ist, nach dem Studium erfolgreich vorzusingen. Doch diesen Traum haben alle Sänger und so waren ihr auch andere Optionen wichtig, als sie aufs Opernfach ihre Zukunft ausrichtete. Ob Musiklehrerin, Sängerin im Chor – die Welt steht ihr offen. Julias erste Wahl aber ist die Bühne und „der Jackpot wäre eine Professur mit 50“, fügt sie lachend an. Eine schöne Stimme bescheinigt der jungen Perlebergerin Karan Armstrong. „Ein junges Talent, das wir im Auge behalten“, so die renommierte Lehmann-Meisterschülerin.  

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