zur Navigation springen
Der Prignitzer

22. November 2017 | 06:53 Uhr

Jugendwehren üben gemeinsam

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ausbildungstag für alle Nachwuchsblauröcke des Amtes Putlitz-Berge. Jugendwehr Berge das erste Mal in Aktion

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 16:48 Uhr

Sonnabend gehört der Berger Anger den Nachwuchsblauröcken des Amtes Putlitz-Berge. Neun Gruppenstationen sind aufgebaut. 67 Mädchen und Jungen aus sechs Jugendwehren des Amtes treten an. Allerdings geht es nicht um Meter und Sekunden. „Es ist kein Ausscheid, es ist ein gemeinsamer Ausbildungstag“, erläutert Amtswehrführer Christian Reisinger.

Für Pia, Knut und die anderen der Jugendwehr Berge ist es gar eine Premiere: „Es ist unsere erste Ausbildung“, so Jugendwart Falko Dierke. Die Berger sind die Frischlinge im Reigen der Jugendwehren des Amtes. Seit dem 9. September gibt es sie.

„Wir wollten auch in die Feuerwehr“, berichtet Pia (7). Ihr Papa ist Mitglied bei den Großen und so habe sie gesehen, wieviel Spaß andere Kinder in den Jugendwehren haben. Außerdem sei sie eine Wasserratte und Wasser gehöre nun mal zur Feuerwehr.

Knut (8) hatte schon mitten in der Nacht ausgeschlafen, so aufgeregt war er. Auch das Frühstück schmeckte nicht so recht, „dafür aber das Mittag“, ist er sich sicher. Schließlich gibt es Nudeln mit Tomatensoße aus der Feldküche. Sein Papa ist Wehrführer der Berger Ortswehr. So ist nachvollziehbar, woher Knut den Faible für die Feuerwehr hat. Mit Blaulicht und Sirene durchs Dorf zu fahren, sei einfach cool.

Doch Feuerwehr ist mehr, auch das wissen Pia und Knut. „Wenn sie nicht wäre, wären wir heute vielleicht nicht hier“, so der Achtjährige. Der Sturm habe viele Bäume umgekippt. Die Berger waren wie andere Wehren im Sturmeinsatz.

Übrigens, seit Sonnabend sind die Berger Frischlinge schon zu zehnt: Leon (9) will sich die Sache eigentlich erst einmal anschauen. Spontan entscheidet er sich, fortan mit dabei zu sein. „Mein Freund ist auch hier, außerdem macht Feuerwehr Spaß.“

Genau das soll sie auch, betont Christian Reisinger. „Drei Wochen am Stück Knoten zu üben, das begeistert sicher niemanden.“ Insofern sei die Arbeit der Jugendwarte für ihn eine der schwierigsten in der Wehr. „Kinder wollen beschäftigt sein, wollen stets was Neues entdecken. Vor allem aber sind sie Kinder.“ Begeisterung könne schnell mal ins Gegenteil umschlagen. Doch das sei normal. Ebenso, dass nur ein relativ kleiner Teil später auch Mitglied in der aktiven Wehr werde. Ausbildung, Studium, Arbeit – viele Faktoren kommen zum Tragen. „Wenn sie aber an ihrem neuen Wohnort Mitglied der Feuerwehr werden, haben wir doch eine gute Arbeit gemacht“, betont Christian Reisinger.

Und offensichtlich haben die Kameraden des Amtes Putlitz-Berge ein Händchen für den Feuerwehrnachwuchs. Denn inzwischen gibt es hier zehn Jugendwehren mit über 100 Mitgliedern. „Ein Viertel unserer Wehren ist Jugendwehr“, überschlägt der Amtswehrführer. Und auch das ist Normalität: „Während andere noch über Kreisgebiets- und Funktionalreform debattieren, lebt die Feuerwehr das bereits“, betont Putlitz Bürgermeister Bernd Dannemann.

Wie Amtsdirektor Hergen Reker und Kameraden aus Meyenburg hat er es sich nicht nehmen lassen, zum Ausbildungstag vorbeizuschauen. Seit etlichen Jahren gibt es gemeinsame Jugendfreizeiten und Hallenwettkämpfe mit den Nachwuchsblauröcken des Amtes Meyenburg und demnächst findet die achte gemeinsame Truppmannausbildung für die aktiven Kameraden statt.

Der gemeinsame Ausbildungstag hält für den Nachwuchs noch eine Überraschung parat: Die Jugendflamme, Stufe 1. Stefan Fuchs, stellvertretender Kreisjugendwart, übergibt sie allen Ausbildungsteilnehmern.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen