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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 04:28 Uhr

Jugendtreff zieht aus - Möbellager ein

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2012 | 09:32 Uhr

Wittenberge | Ans Fenster ist ein Zettel geklebt. Mit Schönschrift steht da, dass die Öffnungszeiten vorläufig verändert sind auf 15 bis 19.30 Uhr. An diesem Montagabend kurz nach 19 Uhr ist die alte Kochschule allerdings schon geschlossen. Das kann mit dem Zettel an einem Fenster auf der Rückseite des Hauses zusammenhängen. Hier kann man nämlich lesen: "Ab sofort ist die Kochschule bis zum Ende des Jahres geschlossen, aber Ihr findet uns im Würfel! Renate und Patrick freuen sich auf Euch".

Ein Vorgriff in die Zukunft? Möglich. Die Kommune überlegt, den Jugendtreff in der alten Kochschule zu schließen. Übrig bleibt dann der "Würfel" in der Bad Wilsnacker Straße. Er soll neben den Angeboten der beiden Grundschulen an den Nachmittagen der Freizeittreff für heranwachsende Wittenberger werden.

Fördergeldrückzahlung durchaus möglich

In den kommenden Jahren wird es hier immer weniger Kinder geben. Waren es 2010 noch 1420 unter 15 Jahren, werden es 2020 voraussichtlich nur noch 1210 Jungen und Mädchen bis 15 Jahre sein. Da scheint es logisch, wenn die Stadt die Kräfte konzentriert und dabei auch noch kräftig spart. Die Mitglieder des Sozialausschusses empfahlen am Montagabend mit großer Mehrheit die Schließung des Jugendtreffs.

Die Stadt schlägt stattdessen vor, in der Kochschule - den Namen hat das Gebäude wegen der jahrelang hier praktizierten Ausbildung von Berufsnachwuchs in der Gastronomie - das städtische Möbel- und Hausratslager für Bedürftige unterzubringen. Wittenberges stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann trug diese Alternative den Ausschussmitgliedern vor.

Das Möbellager ist derzeit gegen Miete im Veritas-Park untergebracht. Die würde die Stadt mit dem Umzug in ihr eigenes Haus sparen. Durch die Konzentration der Kräfte auf den "Würfel" sind weitere Einsparungen zu erwarten. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite stehen die Befürchtungen, dass die Stadt Fördergeld an das Bildungsministerium zurückzahlen muss, wenn die Kochschule nicht mehr für Jugendarbeit genutzt werden kann. Denn nur unter dieser Bedingung war Geld in die Sanierung des Hauses geflossen. "Wir werden mit dem Ministerium sprechen, unsere besondere Situation schildern. Es wird vielleicht aber trotzdem auf eine Rückzahlung hinaus laufen", verdeutlichte Neumann den Mitgliedern des Ausschusses die Situation. Um dem zu entkommen, müsste der Jugendtreff auch die nächsten acht Jahre als solcher oder für ähnliche Zwecke genutzt werden. Erfolgt das nicht, sind noch 61 839,51 Euro zurück zu geben. Trotzdem kann gespart werden, zieht der Jugendtreff aus, so die stellvertretende Bürgermeisterin. Innerhalb von acht Jahren macht das 428 000 Euro.

Die Zahl beeindruckt, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Möbel- und Hausratslager nicht annähernd den Potenzen des von oben bis unten sanierten Hauses gerecht wird. Man denke nur an die für wirklich viel Geld im Obergeschoss hergerichteten Übernachtungsmöglichkeiten einschließlich dazugehöriger Sanitäranlagen oder auch an die großen hellen Räume, die sich hervorragend für Arbeitsgemeinschaften eignen.

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