Judenhof wird um 21 400 Euro teurer

Stadtverordnetenversammlung stimmt mehrheitlich für finanziellen Nachschlag

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12. Dezember 2014, 12:21 Uhr

255 400 Euro Baukosten sind jetzt für das Besucherzentrum Judenhof veranschlagt, damit nochmals 21 400 Euro mehr. Schwarz auf Weiß verkündete das die Tischvorlage zur Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend.

Morgens, 10 Uhr, war Angebotseröffnung für das letzte Baulos, das der Tischler. Auf die öffentliche Ausschreibung zuvor gab es keine Reaktionen, so dass im Nachgang beschränkt ausgeschrieben wurde, erläutert Bauamtsleiter Hagen Boddin am Abend auf der Sitzung des Stadtparlaments.

200 000 Euro waren anfangs für das Projekt Judenhof veranschlagt, Mittel aus dem Förderprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren, wobei 100 000 Euro durch die Stadt als Eigenanteil aufzubringen sind. Bereits auf der Stadtverordnetenversammlung im Oktober verkündete der Bauamtsleiter auf Nachfrage, dass das Vorhaben teurer werde. Die Mehrkosten hätten sich aus der Projektentwicklung ergeben. Bei 280 000 Euro lag man anfangs. Daraufhin habe man vom Planer verlangt, Einsparpotenzial nachzuweisen. Dennoch erreichte die Bausumme schon einen Betrag von 234 000 Euro. Für die Stadt erhöhe sich damit der Eigenanteil um rund 9000 Euro. Jetzt sprechen wir von einer Erhöhung um 11 080 Euro. Und Baubeginn ist erst im nächsten Jahr.

Klaus Röpke (SPD) merkt kritisch an, dass man eigentlich Ende 2014 bereits fertig sein wollte, jetzt aber erst die Vergabe abgeschlossen habe. Er fordert zur nächsten Sitzung des Bauausschusses einen genauen Bauzeitenplan.

Brüskiert äußert sich Dirk Rumpel (Linke) „wie man die Summe klein redet“. Gegenüber einem Feuerwehrmann und Sportler empfinde er das schon unverschämt, zumal in den Kosten die Infrastruktur noch nicht mal berücksichtigt sei. Man sollte eine sachliche Entscheidung treffen, das Projekt zurückziehen.

Einwurf von Hans-Peter Freimark (SPD), die Stadt hätte sich ein Klo für 150 000 Euro geleistet, wenn er das nicht moniert hätte.

Klaus Röpke versucht, die Debatte zum Thema zurückzuführen. Man habe mehrheitlich den Beschluss gefasst, „dass wir das Projekt wollen“. Jetzt gehe es nur darum, sind die Mehrkosten akzeptabel oder nicht. Für zwölf der 19 Stadtverordneten auf jeden Fall, sie stimmen für die Tischvorlage. Damit ist der Beschluss gefasst.

Zufrieden darüber äußert sich gestern Hans-Christian Sauer von der BIG-Städtebau. Mit der Umsetzung des Projektes werde nicht zuletzt ein städtebaulicher Missstand beseitigt.  

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