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Perleberger Besucherzentrum : Judenhof unter Vertrag

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Landeskulturbund, Kulturverein und Stadt unterschreiben Nutzungsvereinbarung

von
erstellt am 02.Apr.2014 | 02:00 Uhr

Der Vertrag zur Nutzung des Judenhofes ist unterzeichnet. Dr. Hinrich Enderlein, Vorsitzender des Brandenburgischen Kulturbund e. V., Hartmut Schneider, Vorsitzender des Kulturvereins, sowie Bürgermeister Fred Fischer besiegelten gestern mit ihrer Unterschrift die Vereinbarung. Für zehn Jahre ist damit der Kulturverein Perleberg für die Geschicke und Geschehnisse im Besucherzentrum Judenhof zuständig, wenn der Umbau dann erfolgt ist. Und das werde voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres sein, so lautet die Prognose. Das heiße aber auch, dass jetzt alles zügig über die Bühne gehen müsse, denn man sei bereits etwas in Terminverzug, wie Fischer anmerkte. Vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass hier beträchtliche Gelder fließen, die zeitnah abgerufen werden müssen. Konkret sind das 100 000 Euro an Fördermitteln, den gleichen Betrag steuert die Stadt als Eigenanteil bei, und auch der Landeskulturbund stellt 50 000 Euro zur Verfügung, die in die Innenausstattung des künftigen Besucherzentrums fließen.

Perleberg werde mit dieser Stätte der Begegnung und Information um ein Kleinod reicher, so sinngemäß Hartmut Schneider. Deutsch-jüdisches Leben aus der Zeit der Stadtgründung bis in die Gegenwart werde hier zu erleben sein. Zugleich bieten sich viele Möglichkeiten, kulturell tätig zu sein.

Die Bedeutung des Judenhofes, welche Rolle er im Mittelalter spielte, aber ebenso die schmerzliche Geschichte der Juden, die sich mit der Reichspogromnacht verbinde – all das werde hier wieder lebendig. Gerade letzterem Thema widmeten sich Schüler des Gottfried-Arnold-Gymnasiums in einer beeindruckenden Dokumentation, die hier ebenso ihren Platz finden werde wie auch die Geschichte namhafter jüdischer Perleberger wie Justizrat Dr. James Broh.

Hartmut Schneider ließ keiner Zweifel daran aufkommen, dass ohne die Unterstützung durch den Landesverband des Kulturbundes das Projekt für den Kulturverein mehr als einen Nummer zu groß gewesen wäre. Ebenso betonte er das Engagement von Rainer Meißle, der als geistiger Vater dieses Projektes fungiert.

Bürgermeister Fred Fischer unterstrich, dass man jetzt, basierend auf dem Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung, gemeinsam an der Umsetzung des Projektes arbeite. Er würdigte das Bestreben des Kulturvereins, für zehn Jahre und möglichst auch noch viele Jahre darüber hinaus die Geschichte der Juden in Perleberg hier wieder lebendig werden zu lassen.

Dr. Enderlein betonte, dass man mit dem Besucherzentrum Judenhof ein landesweit wichtiges Vorhaben umsetze und damit in einmaliger Weise Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenführe.


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