Perleberg : Judenhof: Ende ist in Sicht

Intensive Bautätigkeit sieht sicher anders aus. Aber: Das Projekt soll noch in diesem Jahr fertig werden.
Intensive Bautätigkeit sieht sicher anders aus. Aber: Das Projekt soll noch in diesem Jahr fertig werden.

Fertigstellung fürs Jahresende avisiert / Statt Einweihungs- nun Baustellenfest und Hofkonzert am 19. September

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10. September 2015, 08:00 Uhr

Auch, wenn der 19. September als Einweihungstermin nicht zu halten ist – der Judenhof in der Parchimer Straße soll bis Jahresende baulich fertiggestellt sein. Das ist also die gute Nachricht aus der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses vor dem Hintergrund massiver Verzögerungen bei der Realisierung dieses Projektes.

Nachdem ursprünglich von einem Fertigstellungstermin Ende Juli ausgegangen wurde, gab es im Sommer Aufschub bis Ende August. Die Übergabe war, wie schon erwähnt, eigentlich für Sonnabend nächster Woche geplant. Nun ist das Jahresende im Visier – und soll auch der endgültige Termin bleiben. Der begleitende Architekt Stefan Kunzemann war aufgefordert, in der Ausschusssitzung vorgestern Abend zu den Verzögerungen Rede und Antwort zu stehen. In seinen Ausführungen stellte er klar, dass die Fertigstellung vor Ende November illusorisch sei. Er verwies zudem auf Verzögerungen schon zum Beginn der Arbeiten, die sich seinen Angaben zufolge auf rund anderthalb Monate beliefen. Dieser zeitliche Mehraufwand sei u. a. auf archäologische Untersuchungen und Hausanschlussarbeiten zurückzuführen. Brandschutzauflagen, Veränderungen im Nutzungskonzept, ein hoher protokollarischer Aufwand, viele Nachträge und nicht zuletzt viele Entscheider seien weitere Faktoren, die das Prozedere in die Länge zogen.

Dass die Meinungen zur Ursache des Schneckentempos weit auseinanderklaffen, ist indes in Perleberg kein Geheimnis und wurde auch in der Sitzung am Dienstag wieder deutlich. Bauamtsleiter Hagen Boddin und Hans-Christian Sauer, Projektleiter beim Sanierungsträger Big-Städtebau, vertreten da ähnliche Ansichten. Dass das nach außen hin klein wirkende Projekt ein Prototyp sei, in der Innen- und Außengestaltung kreativ anspruchsvoll, darin ging Boddin noch konform mit Kunzemann. Auch Veränderungen beim Trockenbau und der Elektroanlage sowie intensive Prüfungen seitens der Bauaufsicht des Landkreises räumte er ein. Aber: Letztlich mangele es an der Projektkoordination, den Gewerken fehlten konkrete Angaben, was sie genau abzuarbeiten hätten, so Boddin. Der Sachstand sei unbefriedigend, die Kooperation auf der Baustelle nicht einfach. Bauamt und Big pochen auf verbindliche Termine für entscheidende Einbauten, wie Glas- und Blendfassade. Beides sollte eigentlich ursprünglich in anderthalb Wochen über die Bühne sein. Diese Fassadenelemente werden aber erst seit dieser Woche in Spezialfirmen angefertigt. Trotz aller Dissonanzen legen die Verantwortlichen den absoluten Fokus jetzt auf eine zügige und komplikationslose Fertigstellung der Begegnungs- und Gedenkstätte. Auf die Stadt kommen Zinszahlungen wegen noch nicht verausgabter Fördermittel zu. Die Höhe, so Hagen Boddin, stehe aber noch nicht fest.

Der Kulturverein Perleberg informiert am 16. September, 10 Uhr, beim Relais e. V. (Großer Markt/1. Etage) öffentlich über die Konzeption der künftigen Dauerausstellung im Judenhof. Am 19. September wird um 17 Uhr zum Baustellenfest und um 19 Uhr zu einem Hofkonzert eingeladen.

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