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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 15:33 Uhr

Jubiläum rund um die gewalkte Wolle

vom

svz.de von
erstellt am 05.Jun.2011 | 08:30 Uhr

Lenzen | Es war ein Geburtstag nach Maß - das 20. Filzfest in Lenzen. Für einen Tag verwandelten sich der Schafhof Rademacher und der Naturlehrgarten in ein wahres Mekka. Besucher, wohin das Auge blickte. Jene erwartete wieder eine kleine Zeitreise in Sachen Handwerkskunst. "86 Handwerker und Gewerbetreibende haben sich angemeldet, 85 sind gekommen", so sichtlich zufrieden Sibylle Hoppe, stellvertretende Vorsitzende des Filzvereins, der im Zusammenwirken mit dem Förderverein Lenzener Elbtalaue und der Landschaftspflege GmbH wieder zu diesem Fest rund um die gewalkte Wolle eingeladen hatte.

Klein hatte alles begonnen, als Abschluss eines Symposiums. Von Jahr zu Jahr wurde es größer. Also zog man auf die grüne Wiese. "Da goss es wie aus Kannen und uns wurde klar, wir mussten auch eine Schlechtwettervariante haben", erinnert sich Sibylle Hoppe. So kam ein Schafstall auf dem Hof Rademacher dazu, bald ein zweiter. Und auch der Schaugarten war längst fest integriert.

Großer Publikumsmagnet in der Prignitz

Hunderte zieht das Fest inzwischen alljährlich in seinen Bann. Gemessen an den Autokennzeichen war auch am Samstag fast ganz Deutschland in der kleinen Stadt an der Elbe vertreten, für die mit der Wende die Pfennigsucher, die hier von alters her die Deiche kurz hielten, auch anderweitig interessant wurden. Während die Wolle ansonsten kaum noch Beachtung, geschweige denn Absatz fand, entdeckten die Lenzener die alte Handwerkskunst des Filzens wieder. Inzwischen gilt das Fest rund um die Wolle als einer der größten Publikumsmagneten in der Prignitz und ist weit über die Region hinaus bekannt und beliebt. "Viele Besucher kommen seit Jahren", weiß Sibylle Hoppe. So werde der Lenzener Verein auf dem Lübecker Weihnachtsmarkt oder dem Berliner gezielt nach dem Termin des nächsten Filzfestes angesprochen.

Doch nicht nur Besucher haben den Termin fest gebongt, auch Akteure. "Wer einen Kunsthandwerkermarkt macht, muss eine Philosophie haben, und dieser treu bleiben", so die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Genau das praktizieren die Lenzener seit 20 Jahren - mit Erfolg. Immer wieder beeindruckt von der Vielfalt, die das Filzen offeriert, zeigen sich Doris Milkert und Ingrid Jabke aus Schönberg. Und die beiden Frauen wissen, wovon sie da reden, haben sie diese Handwerkskunst doch auch für sich entdeckt und sind mit eigenen Kreationen aus ihrer Wollzauberei alljährlich auf dem Fest in Lenzen vertreten. "Es gibt eigentlich nichts, was sich nicht aus Filz fertigen lässt. Ebenso vielfältig sind die Techniken, die einen immer wieder neu inspirieren", so die Schönbergerinnen.

Zum Filzfest nach Hause zieht es Katrin Stier, die nun in Bad Bevensen wohnt. "Das ist schon wie ein Ritual, das man einfach nicht verpassen darf, denn was man hier aus Filz zu sehen bekommt, ist einfach nur schön" gesteht sie.

Ob nun Modisches aus gewalkter Wolle, Schmuck aus gehäkeltem feinen Silberdraht, Geschmiedetes, Mundgeblasenes, Spielzeug aus Holz, Gedrechseltes, Geflochtenes, Getöpfertes oder aber die breite Palette kulinarischer Leckerbissen Marke Eigenproduktion, alles fand sein Publikum. Und natürlich auch die Gaukler und Spielleute. Der Hingucker aber war wie eh und je die Filzmodenschau.

Was die Besucher nun im nächsten Jahr in Sachen Filz erwartet, "darüber werden wir später reden. Jetzt wollen wir unser 20. Fest feiern und hoffen, dass auch die vielen Gäste wieder einen erlebnisreichen wie schönen Tag dabei verleben", so Sibylle Hoppe.


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