zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. November 2017 | 14:14 Uhr

Job erledigt, "Task-Force" rückt ab

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jun.2013 | 05:18 Uhr

Bad Wilsnack | Dass Bad Wilsnack und die Ortsteile der Kurstadt annähernd trockenen Fußes über die zurückliegenden zwei Wochen gekommen sind, hat durchaus auch mit der Präsenz und der tatkräftigen Unterstützung durch die in der Kurstadt stationierten Bundeswehrsoldaten zu tun. Gestern wurde die Fallschirmjägerbrigade 313 aus Seedorf (Niedersachsen) auf dem Platz neben der Karthane-Halle in einem feierlichen Zeremoniell aus ihrem außergewöhnlichen Einsatz verabschiedet. Das Besondere: Die Fallschirmjäger wurden im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geworfen, denn sie lösten die zuvor hier stationierten Soldaten des Panzergrenadierbataillons 211 ab, mussten sich quasi über Nacht in die Situation hineinfinden. Als schnelle Eingreiftruppe, so General Andreas Marlow, hätten die Fallschirmjäger ihrem Namen alle Ehre gemacht.

Eingesetzt waren die in Wilsnack stationierten Kräfte hauptsächlich auf dem Elbabschnitt von Bälow bis Hinzdorf sowie im Bereich Breese/Weisen. Bis zu 400 Soldaten waren an und in der Karthane-Halle untergebracht. Verabschiedet wurden gestern im Beisein von Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke, Landrat Hans Lange und weiteren regionalen Verantwortungsträgern 229 Bundeswehrangehörige.

Dass Bad Wilsnacks Bürgermeister Dietrich Gappa ausgerechnet ein Badetuch als Erinnerungsgeschenk an General Andreas Marlow überreichte, mag man doppeldeutig auslegen. Mit Blick auf einen neuerlichen, dann möglichst erholsamen Aufenthalt, beispielsweise in der Kristall-Therme, äußerte Marlow, dass er genau dies sehr hoffe. Zuvor jedoch zog es ihn gestern, direkt im Anschluss ans Verabschiedungszeremoniell, wieder zurück nach Fischbeck, wo mit einer spektakulären "Schiffe versenken"-Aktion der gebrochene Deich geschlossen worden ist. "Ich gehörte zu den Letzten, die sich auf dem Deich befanden, als er brach. Jetzt bin ich dabei, wenn er geschlossen wird. Das macht für mich die Sache rund", so Marlow gegenüber dem "Prignitzer". Er befehligte die Streitkräfte in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Am Rande der Verabschiedung bezog Innenminister Dietmar Woidke noch einmal Position zu verkürzten Planfeststellungsverfahren beim Deichbau. "Das war seinerzeit am Rühstädter Bogen möglich, weil es hier bereits einen Deich gab. Der Fall in Breese beispielsweise liegt komplett anders. Im Bereich Bälow gibt es Klagen gegen die Planfeststellung", so der Minister. Er setzt auf die heutige Kabinettssitzung in Potsdam, in der es u. a. um diese Problemzonen geht. "Ich hoffe, dass wir danach Klarheit haben", verdeutlichte Woidke. Dass die Prignitz im Vergleich zu anderen Landkreise in anderen Bundesländern einigermaßen glimpflich davon gekommen sei, liege, so Woidke, nur zum Teil an den erheblichen Investitionen in den Deichbau. Seit 2002 gab das Land dafür rund 400 Millionen Euro an der Elbe und anderen Flussläufen aus. "Hier hat auch die sehr gut Organisation und Kommunikation geholfen", lobt Dietmar Woidke.

Nach der Strukturreform bei der Bundeswehr sei deren Flut-Einsatz - deutschlandweit - die erste harte Bewährungsprobe gewesen. In Brandenburg sei sie super gelaufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen