Gemeinde Karstädt : Jetzt oder nie: Dargardter am Zug

Gemeindevertretung Karstädt beschließt den Haushalt für 2014. Weiterhin sind 30 000 Euro für das Ersatzfahrzeug für die Ortswehr Dargardt eingeplant.

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15. März 2014, 08:00 Uhr

Kämmerin Ramona Storbeck arbeitete in den vergangenen zwei Wochen nach den jüngsten Sitzungen des Finanz- und Werksausschusses sowie des Bau- und Ordnungsausschusses noch jeden kleinen Wunsch, die von den Ausschüssen befürwortet wurden, in den Haushalt ein. So zum Beispiel Sicherheitsmaßnahmen im Bereich der Kitas und Schulen oder auch die Sanierung zwei weiterer Klassenräume in der Grundschule Karstädt oder auch ein Spielgerät für den Spielplatz in Reckenzin.

Das war alles unstrittig im Gegensatz zu dem Posten zur Anschaffung eines Ersatzfahrzeuges für die Freiwillige Feuerwehr Dargardt. Die Anschaffung eines solchen für die Reckenziner Kameraden im Wert von 30 000 Euro hatten die Gemeindevertreter am Donnerstagabend vor der Haushaltsdiskussion schon beschlossen.

Und dann ging es wie in den vergangenen Monaten um das Fahrzeug für Dargardt. Die Ausschüsse und auch die Gemeindewehrführung hatte die Empfehlung gegeben, das im nächsten Jahr in Angriff zu nehmen. „Wir haben gesagt, in diesem Jahr benötigen wir das Geld für Technik, also das Schneid- und Spreizgerät und den Rest noch für den Digitalfunk“, sagte Gemeindevertreter Maik Hortig, zugleich Vorsitzender des Bau- und Ordnungsausschusses und stellvertretender Gemeindewehrführer. Denn eines ist klar: Die 45 000 Euro, die für die Umrüstung auf den notwendigen Digitalfunk eingeplant sind, reichen hinten und vorne nicht. Da wurden schon knapp 8000 Euro gestrichen, da der Landkreis vier Geräte bezahlt. Die Wehrführung hatte einen Bedarf von 90 000 Euro ausgerechnet. Gemeindebrandmeister Heino Gerloff hatte der Gemeindevertretung zuvor den Bedarf erläutert und gesagt: „Für Dargardt müssen wir im nächsten Jahr sehen.“

Als es in die Haushaltsdiskussion ging, ergriff Bürgermeister Udo Staeck das Wort und schickte eine deutliche Ansage an den anwesenden Dargardter Ortswehrführer Bodo Burmeister und an die Gemeindevertreter: „Wir haben den Kompromiss gefunden, im Haushalt jeweils 30 000 Euro für Reckenzin und Dargardt einzuplanen. Irgendwo ist Schluss mit lustig. Die Dargardter haben in diesem Jahr die Chance auf ein Ersatzfahrzeug. Im nächsten Jahr fällt das aus. Wir müssen das Thema beenden. Wir wissen nicht, was im Zuge der Autobahn noch auf uns zukommt.“ Maik Hortig und auch Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck verwiesen nochmals darauf, dass es genügend Angebote an die Dargardter gab. „Und was ist, wenn sie im nächsten halben Jahr wieder nicht zu Potte kommen?“, so Hortig. „Dann ist das nicht unser Problem“, meinte Staeck. So beschlossen die Gemeindevertreter mit 15 Ja- Stimmen bei zwei Gegenstimmen den Haushalt 2014 mit einer Sperre für die 30 000 Euro für das Dargardter Fahrzeug. Für die Anschaffung des Schneid- und Spreizgerätes, die eigentlich erst für 2015 geplant war, wurde eine Verpflichtungsermächtigung für 2015 festgesetzt.

Für die Kameraden aus Dargardt gilt: Jetzt oder nie. Entweder suchen sie sich ein älteres Fahrzeug mit Wasser oder ein jüngeres ohne Wasser aus – im Rahmen der 30 000 Euro. „Ich werde mich mit meinen Kameraden beraten“, so Burmeister.

Fakt ist: 2014 kann die Gemeinde durch entsprechende Rücklagen sowohl das Defizit im Finanzhaushalt (411 000 Euro) als aus auch im Ergebnishaushalt (519 900) ausgleichen und hat am Ende noch ein Plus. Doch dann werde es eng, wie Ramona Storbeck erläuterte. Mit dem Finanzhaushalt bewege sich die Gemeinde nach der Prognose auch noch 2017 im Plus, so dass man bis dahin liquide sei. Allerdings häufe sich nach der Prognose das Minus im Ergebnishaushalt kontinuierlich bis 2017 an. So stehen schon in naher Zukunft zur Abwendung der Haushaltssicherung Sparmaßnahmen an: insbesondere der Verzicht auf freiwillige Leistungen sowie Gebühren-, Beitrags- und Steuererhöhungen.


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