Serie : Jetzt nur noch ein Wahrzeichen

Drei Wasserleitungen führen vom Kellergeschoss des Turms zum Kessel.  Fotos: Barbara Haak
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Drei Wasserleitungen führen vom Kellergeschoss des Turms zum Kessel. Fotos: Barbara Haak

„Besondere Orte in Wittenberge“: heute der Wasserturm

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30. Januar 2018, 05:00 Uhr

Der „Prignitzer“ schließt selten Türen auf, steigt in Keller und luftige Höhen, dringt in Tresore vor. In den kommenden Wochen stellen wir Ihnen diese „Besonderen Orte in Wittenberge“ in einer Serie vor. Diesmal: Der Wasserturm.

Ältere Wittenberger werden sich noch daran erinnern, dass der Wasserturm nicht immer als stummer Riese aus den Baumwipfeln der städtischen Anlagen in der Parkstraße ragte. Waren die Saugpumpen in Aktion, war das in den angrenzenden Straßenzügen gut zu hören.

Die Rohrleitungen, die das Wasser in den genieteten stählernen Vorratsbehälter auf den gemauerten Turmschaft beförderten, existieren heute noch, erfüllen aber keinen Zweck mehr. Seit Mitte der 80er Jahre trinken Wittenberger und Einwohner umliegender Orte Wasser, das die Stadtwerke in Lindenberg aus der Erde pumpen und aufbereiten.

Der Wasserturm gehört heute der Kommune. Er ist Denkmal und Wahrzeichen von Wittenberge, als solches häufig auf Bildern und Zeichnungen zu finden. Sein praktischer Nutzen besteht momentan einzig darin, als Standort für Mobilfunkantennen zu fungieren. Die Höhe von 41,30 Metern macht ihn zu einem recht lukrativen Standort. Herr über den Turm ist Dennis Kathke als Sachgebietsleiter Gebäude- und Liegenschaftsmanagement in der Stadtverwaltung. Für den „Prignitzer“ schließt Kathke das sichernde Eisengitter und dann die in die Jahre gekommene Holztür auf.

Der Wasserturm zeigt sein spartanisches Innenleben. Eine Treppe führt in den Keller. Einige Stufen führen auf eine Art Zwischengeschoss. Und dann ist der Blick frei bis hinauf zur Zwischendecke unterhalb des Wasserbehälters. An die Innenwand des Turms schmiegt sich eine gusseiserne Treppe, die bis ganz oben hinauf führt.

Als Wasserturm und benachbartes Pumpenhaus 1903/04 in Betrieb gingen, war der Wasserturm auch gleichzeitig Aussichtsturm. Unterhalb des Wasserbehälters zieht sich rund um den Schaft in einer Höhe von 23 Metern eine Plattform. Gegen ein Eintrittsgeld von 10 Pfennigen konnte, wer schwindelfrei war, auf die Plattform steigen. Heute steigen ausschließlich Wartungsmonteure für die Mobilfunktantennen oder er selbst, wenn dringend erforderlich, nach oben, sagt Kathke.

Er räumt in dem Zusammenhang mit dem sich in der Stadt hartnäckig haltenden Gerücht auf, der 500 Kubikmeter fassende Wasserbehälter sei – um mehr Gewicht zu erzielen – seit Beginn der 90er Jahre mit Sand gefüllt. „Das Behältnis ist leer.“ Nur getragen von seinem Gewicht, ruht der Stahlkessel auf dem Mauerwerk des Schaftes.

In den Jahren nach der Wende hatte die Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (QBW) in luftiger Höhe die freitragende Betonschalung vom Kessel abgeschlagen, die bei einem Sturm beschädigt worden war.

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